Maschinenrings Schwalm-Eder verleiht Rehkitzretter

So sollen Warngeräte gegen den massenhaften Tod von Rehkitzen helfen

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Seite an Seite: Nach dem Säugen wird das Rehkitz von der Mutter geleckt. Doch dem Nachwuchs droht durch Mähwerke der Tod, wenn er sich im Gras versteckt.

Tausende Rehkitze sterben jedes Jahr qualvoll in Mähwerken. Dabei sind Landwirte zum Schutz der Tiere verpflichtet. 

Die Empörung von Gunter Köneke ist deutlich hörbar. Was den Jagdpächter aus Lischeid in Rage brachte, sind zwei tote Rehkitze, die er auf einer Wiese gefunden hat: zerstückelt vom Mähwerk an einem Traktor, mit dem ein Landwirt die Wiese mähte.

Dabei gibt es viele Möglichkeiten, den Tod von Rehkitzen im Gras zu verhindern. Ganz abgesehen davon sei der Landwirt dazu verpflicht, vor dem Mähen sicherzustellen, dass sich kein Kitz im Gras versteckt, sagt Köneke.

Während sich viele Landwirte daran halten, kümmern sich andere offensichtlich überhaupt nicht darum. Das weiß auch Michael Löber, Geschäftsführer des Maschinenrings Schwalm-Eder, der Rehkitz-Retter verleiht. „Landwirte, die aktiv im Umweltschutz sind, holen sich das Gerät, wer kein Interesse daran hat, macht es nicht.“

Das Resultat eines solchen Desinteresses: Rund 92.000 Kitze fallen jährlich deutschlandweit den Mähwerken zum Opfer, schätzt die Deutsche Wildtier-Stiftung. Genaue Zahlen gibt es nicht.

Der massenhafte Rehkitztod in den Wiesen könnte durch den Einsatz von Vergrämungstechnik weitgehend verhindert werden. Deshalb wurden im Schwalm-Eder-Kreis vor zwei Jahren vom Maschinenring und dem Landkreis 60 Rehkitzretter gekauft. Inzwischen sind es 100 der Getränkedosen großen, akustischen und optischen Warngeräte, die für drei Euro pro Tag über den Maschinenring verliehen werden. Die Nachfrage sei bei jeder Mahd groß, sagt Geschäftsführer Michael Löber. Der Grund: Der Einsatz der Geräte sei einfach, effektiv, kostengünstig und die Jagdpächter würden helfen, die eineinhalb Meter langen Stangen in den Wiesen aufzustellen.

Allerdings seien nach dem Einsatz der Kitzretter nicht alle Kitze von der Wiese verschwunden. Doch habe der Landwirt alles getan, um die Tiere vor dem Schicksal zu bewahren, das die beiden Kitze auf der Wiese bei Lischeid erleiden mussten.

Hier können die Rehkitzretter geliehen werden

Vor zwei Jahren war es ein Versuch, mit Rehkitzrettern die Tiere vor dem Tod zu bewahren. Heute gibt es 100 Geräte, die drei Euro täglich Leihgebühr kosten. Es gibt sie bei: 

  • Wilfried Eckhardt, Tel. 0171/5176990, Schwarzenborn
  • Nils Jakoweit, Tel. 0174/3137961, Allmuthshausen
  • Stefan Kieslinger, Tel. 0170/2836545, Schnellrode
  • Lothar Kothe, 0151/59227625, Dagobertshausen
  • Jost Weber, Tel. 0173/5243021
  • Kirchberg und Maschinenring, Tel. 05683/92380, Zennern.

Quelle: HNA

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