Nur noch versetzte Öffnungszeiten

Im Sommer bleiben  Hallen- und  Freibad Schwalmstadt dicht

Über 40 Jahre alt: Das Europabad in Treysa. Der Betrieb wird jetzt mit dem Freibad in Ziegenhain zusammengelegt. Foto:  Quehl

Schwalmstadt. Dass mancher Hochsommertag eher herbstlich daherkommt, bekamen wir in diesen Tagen zu spüren. Trotzdem wird die Bahn im warmen Wasser des Hallenbads in den „schönen“ Monaten künftig in Treysa ausfallen, ebenso wie der Saunagang im Europabad.

Der Betrieb des Freibades in Ziegenhain und des Hallenbades werden zusammengelegt. Das bedeutet auch, dass sich die Öffnungszeiten nicht mehr überlappen werden. Bislang war das Hallenbad lediglich während der großen Ferien dicht.

Ein Blitzeinschlag hat dafür über Nacht in dieser Saison bereits gesorgt – das 1971 eröffnete Bad ist seit Wochen zu, weil die zerstörte Wasseraufbereitungsanlage noch immer nicht instand gesetzt werden konnte (die HNA berichtete).

Die Zusammenarbeit von Stadt und Landkreis wurde schon zuvor angestrebt, vor allem wegen der angespannten Personalsituation, erklärten Vize-Landrat Winfried Becker, derzeit noch Vorsitzender des Zweckverbandes Europabad, und Bürgermeister Dr. Näser, sein Stellvertreter dort, gegenüber der HNA. Wenn die Zweckverbandsversammlung erwartungsgemäß grünes Licht gibt, werden beide die Posten tauschen, der Kreis überträgt 35 Prozent seiner Europabadanteile an Schwalmstadt.

An der Kostenverteilung ändert sich allerdings nichts, betonten beide, nur an der Organisation rund ums Jahr. Ein Personalpool mit den je zwei Schwimmmeistern wurde bereits gebildet. So solle gewährleistet werden, dass beim Ausfall einer Kraft ein Bad nicht gleich ganz geschlossen werden muss. Davon war das Europabad etwa voriges Jahr betroffen, es konnte wegen Krankheit erst zwei Wochen nach den Sommerferien 2013 wieder öffnen.

Vorteilhaft nennen Becker und Näser auch, dass die Schwimmmeister im Freibad Ziegenhain in der Hochsaison keine Siebentage-Woche mit sehr langen Tagen mehr stemmen müssen, sondern die vier Kollegen sich abwechseln können. Die Stellen von allen vier sind bei der Stadt Schwalmstadt angesiedelt.

Letztlich gehe es darum, ein durchgehendes Badeangebot aufrecht zu erhalten, werben Becker und Näser für die Neuorganisation, „bei der nächsten Konjunkturdelle droht sonst die Schließung“. Denn die jährlichen Kosten für die beiden Einrichtungen belaufen sich auf 800 000 Euro. Winfried Becker: „Wir sind sind auf Beschwerden vorbereitet, aber wir müssen handeln, um auch in noch schlechteren Zeiten nicht komplett dichtmachen zu müssen.“

Worauf die Schwimmer sich uneingeschränkt freuen dürfen: Eine gemeinsame Eintrittskarte mit Nutzbarkeit der Rotkäppchen-Card kommt. Wie genau die versetzten Öffnungszeiten der beiden Bäder künftig aussehen, ist noch festzusetzen.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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