Ein Sommer in der Natur: Ein Kindergarten zieht aus

Bunt wie ein Regenbogen: Kinder zwischen zwei und sechs Jahren besuchen die Kita im Fünftenweg in Ziegenhain. Nach dem Umbau wird es auch viel Platz für die Jüngsten ab einem Jahr geben. Foto: Quehl

Schwalmstadt - Mit Sack und Pack zieht die Ziegenhainer Kita Regenbogen in ein leerstehendes Ex-Klinigebäude mitten im Wald. Die Erzieherinnen finden`s gut, manche Eltern sind allerdings skeptisch.

Ein einmaliger Sommer wartet auf die Mädchen, Jungen und Erzieherinnen der Kita Regenbogen in Ziegenhain. Für die Monate des Umbaus ihrer Einrichtung ziehen sie mit Sack und Pack aus der Stadt in die ehemalige Nachsorgeklinik, später Geriatrie, im Schützenwald oberhalb der Festungsstadt.

Alles, was später weiterverwendet werden soll, aber über den Sommer entbehrlich ist, wird in der Harthbergkaserne in Treysa eingelagert. Allerhand wird aber auch einfach weggeworfen: „Früher durfte Bildung gar nichts kosten, deshalb haben wir alles aufgehoben“, sagt Leiterin Renate Schuster. Doch diese Einstellung sei von gestern, in der heutigen Vorschulbildung gehe es um die Grundsteinlegung.

Dass der völlige Umbau des „Regenbogens“ unter Betrieb dabei allzu störend sein würde, wurde den Verantwortlichen bald klar. Das Sommerdomizil im Schützenwald kommt dem Konzept der Erzieherinnen sogar sehr entgegen. „Wir gehen sowieso regelmäßig in den Wald“, erklärte Renate Schuster. Einige Eltern mussten allerdings erst überzeugt werden, Gefahren wurden genannt, zum Beispiel durch den nahen Teich. Ob Kinder im Wald genug lernen, wurde gefragt, und ob die Frühförderung ausreichen wird.

In einer Info-Veranstaltung wurde über das alles gesprochen. Renate Schuster ist überzeugt, dass sich alles regeln lässt, ein Fahrdienst wird für jene eingerichtet, die ihre Kinder nicht selbst bringen und holen können. Die Skepsis der Erwachsenen will Renate Schuster entkräften, wenn sie sagt: „Eltern waren noch nie so unsicher, was die richtige Erziehung angeht. Die Bedeutung und Wichtigkeit von Spiel geht vielfach verloren.“ Gerade deshalb ist sie so überzeugt: „Dieses Halbjahr birgt eine besondere Chance, die tagtägliche Naturbegegnung ist, was Kinder brauchen.“

Wenn im Herbst oder Winter alle zurückkehren, wird die Kita um 420 Quadratmeter erweitert sein, Schwalmstadt investiert 1,1 Mio. Euro. Neu hinzu kommen 24 Krippenplätze. (aqu)

Quelle: HNA

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