Sondergebiet für Schumacher

DierkSchumacher

Beiseförth. Das Gewerbegebiet in Beiseförth, auf dem die Firma Dr. Schumacher GmbH angesiedelt ist und derzeit ihre Produktion erweitert, soll in ein Sondergebiet umgewandelt werden.

Beiseförth. Das Gewerbegebiet in Beiseförth, auf dem die Firma Dr. Schumacher GmbH angesiedelt ist und derzeit ihre Produktion erweitert, soll in ein Sondergebiet umgewandelt werden. Darüber informierte die Geschäftsleitung den Beiseförther Ortsbeirat in seiner Sitzung. Die Gemeinde will in Kürze die Voraussetzungen dafür schaffen. Falls dies nicht genehmigt würde, könnte Schumacher Desinfektions- und Reinigungsmittel nur in der bisherigen Menge produzieren.

Änderung im Gesetz

Eine Umwandlung sei Voraussetzung für die geplante Erweiterung der Produktion, weil sich das Bundesimmisionsschutzgesetz geändert habe. Man hätte das Gebiet auch in ein Industriegebiet umwandeln können, aber das sei nicht Wille der Gemeinde gewesen, hatte Bürgermeister Herbert Vaupel gesagt. Man wolle die Produktion lediglich für Schumacher ermöglichen, daher die Änderung in ein Sondergebiet, in dem dann nur die Produktion der Hygieneprodukte möglich sein soll. Eine Industrie-Ansiedlung solle nicht ausufern.

Baupläne bleiben bestehen

Die Firmenleitung sei erst dann über die Notwendigkeit einer Umwidmung informiert worden, nach dem der Bauantrag für die Erweiterung bereits genehmigt war, sagte der geschäftsführende Direktor Dierk Schumacher. Die Gesetzesänderung war bis dahin nicht bekannt.

Die bisherigen Pläne seien nicht von der Umwidmung des Gewerbegebietes betroffen. Der Bauantrag sei gültig und längst beschlossen. Das Gelände soll von 6500 auf 13 500 Quadratmeter wachsen. Die Firma will ihre Produktion um 50 Prozent erweitern. Büros, Lager und Labore sowie Produktionsstätten sollen auf dem Gelände entstehen. Derzeit ist der erste Abschnitt im Bau.

Desinfektionsmittel

Der Konzern stellt in Beiseförth vor allem Desinfektions- und Reinigunsgmittel her. Für die Produktion werden auch brennbare Stoffe gelagert. Vor allem Ethanol und Isopropanol sowie Formaldehyd, erläuterte Manfred Möller, vom Qualitätsmanagement bei einer Betriebsbesichtigung. Während der Begehung äußerten Anwohner deswegen Bedenken. Möller wies auf die hohen baulichen Bestimmungen hin: Auslaufschutz für Flüssigkeiten, Abzüge, sowie geschlossene Abfüllsysteme gehörten dazu.

LärmBelästigung

Thematisiert wurde die Lärmbelästigung durch Lkw. Möller schätzt, dass künftig täglich 40 Lkw die Firma anfahren. Neue Be- und Entladestationen sollen den Lärm reduzieren. Neue Parkplätze wereden im hinteren Teil des Gebäudes am Steeger entstehen. Bürgermeister Herbert Vaupel verwies auf langfristige Pläne einer Belieferung über das Bahngelände.

BÜrgerversammlung

Die Gemeinde will einen Aufstellungsbeschluss fassen. Im Anschluss soll es laut Vaupel eine Bürgerversammlung geben. Einwände sind in dem Bauleitverfahren möglich. Es wird etwa acht Monate dauern. 

Das sagt die Feuerwehr

Restrisiko nicht zu verhindern Malsfelds 

Gemeindebrandinspektor Oliver Garde berichtet angesichts der Zweifel in der Bevölkerung zur Sicherheit, von hohen baulichen Auflagen beim Neubau der Produktion, die von der Bauaufsicht abgenommen werden müssten. Denn im Gebäude lagerten brennbare Flüssigkeiten. Die Feuerwehr habe diese Pläne, und es sei eine Brandmeldeanlage installiert. Es bestehe trotzdem ein höheres Risiko durch die verwendeten Betriebsstoffe, ein gewisses Restrisiko könne man nicht verhindern. Das sei aber bei anderen Chemieunternehmen in der Region auch nicht anders. (cty)

Das sagt das Regierungspräsidium

Die Umwidmung muss sein

Die Umwidmung in ein Sondergebiet müsse wegen der Vergrößerung der Produktion sein, sagte Michael Conrad, Pressesprecher des Regierungspräsidiums in Kassel. Grundlage sei eine Änderung im Bundesimmissionsschutzgesetz. Weil die Produktion erweitert wird, werde neu geprüft. Die Stoffe könnten nun nicht mehr in einem normalen Gewerbegebiet produziert werden. Es gelte allerdings Bestandsschutz für die bestehende Produktion. (cty)

Quelle: HNA

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