Urbain N’Dakon begeisterte mit afrikanischen Klängen

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Verkörpert afrikanische Kultur mit Stimme und Gitarre: Der Liedermacher Urbain N’Dakon wurde im Staat Elfenbeinküste geboren und lebt in Bayreuth.

Mosheim. Wo er spielt, darf geschlafen werden. Wenn Urbain N’Dakon seine, wie er sagt, afrikanische Meditationsmusik zum besten gibt, lädt er sein Publikum gleichzeitig zu einem gepflegten Nickerchen ein. So auch am Samstagabend in der Mosheimer Kirche.

„Denn wenn jemand bei einem meiner Konzerte einschläft, ist das für mich überhaupt nichts Schlimmes“, erklärte der Liedermacher von der Elfenbeinküste, der seit 18 Jahren in Deutschland lebt. Ein Schläfchen bedinge, dass der Mensch sich wohlfühlt, sagte er. „Und was kann sich ein Künstler schöneres vorstellen als ein Publikum, das vor Wonne eindöst.“

Das Programm des studierten Germanisten besteht aus zahlreichen Eigenkompositionen, denen Urbain N’Dakon mit gewaltigem Stimmenspektrum, Gitarre, Trommel und Rassel ein musikalisches Gewand verpasst. Seine melodischen, poetischen und immer zutiefst die afrikanische Seele darstellenden Rhythmen präsentierte der Musiker im Wechsel mit gesprochenen deutschen Texten, die dem Zuhörer auf authentische Weise ein Stück afrikanischer Kultur vermittelten.

Das waren beispielsweise Legenden und Sagen von der Elfenbeinküste - Geschichten über die Sonne, über Gott und über das Meer. Erzählungen über das Verzeihen, über Wahrheit und über die Natur. Immer gekoppelt mit exotischen Klangteppichen aus Gitarre, Percussion und Gesang.

„Das ist Kunst aus der Seele eines anderen Kontinents“, resümierte Pfarrerin Gudrun Ostheim. Und diese Kunst könne durchaus Grenzen überwinden. „Denn gesungene Sprache spricht uns an, auch wenn wir sie nicht verstehen“, sagte Gudrun Ostheim.

Genau das war der Fall beim Konzert Urbain N’Dakons. Das Publikum fühlte sich sichtlich angesprochen, hier wurden Seelen berührt. Und am Ende hat doch niemand geschlafen. Die Augen geschlossen, ja. Das Konzert träumend verpasst, nein. Denn dafür gab es zu viel zu erleben.

Quelle: HNA

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