Sonnenstudio-Betreiber will Kontrollen: „Habe mich selbst angezeigt“

Ärgert sich über Wettbewerbsverzerrung: Lutz Debus hält sich ans UV-Schutzgesetz.

Homberg. Lutz Debus ist verärgert und fühlt sich ungerecht behandelt. Grund dafür: Er brachte seine Sonnenstudios auf den neuesten Stand und rüstete seine Solarien nach den Anforderungen des neuen UV-Schutzgesetzes um.

„Andere Sonnenstudios ziehen nicht mit. Das ist Wettbewerbsverzerrung“, sagt er und erklärt dann, dass er sich selbst angezeigt habe. Damit wolle er das Regierungspräsidium zum Handeln bewegen. Sein Ziel: Die Einhaltung der neuen Regeln soll überprüft werden.

Denn das Umrüsten der Sonnenstudios kostete ihn bereits viel Geld. Der Homberger Geschäftsmann investierte 10 000 Euro, um die Solarien auf den neuesten Stand zu bringen und neue Röhren und Vorschaltgeräte einzubauen. Darin enthalten sind auch höhere Kosten fürs Personal, das seit dem 1. November fachlich ausgebildet sein muss und dafür eigens geschult wird.

Fachberatung für Kunden

Jeder Kunde bekommt nun eine Fachberatung. Der Hauttyp wird bestimmt und die Dosis der Bräunung festgelegt und dokumentiert. Das alles dient der Gesundheit, und das findet Debus gut. Allerdings führte der Aufwand dazu, dass er die Preise erhöhen musste.

Hinzu kommt, dass einige Kunden wegbleiben. Sie wollten einfach mal schnell Sonne tanken und scheuten den hohen Aufwand der Information. Dazu akzeptieren sie die neuen Preise nicht und ziehen zur Konkurrenz ab, die noch nicht so weit ist. Das will Debus nicht akzeptieren. „Ich halte mich an das Gesetz und werde dafür bestraft“, sagte er. „Alle sollen sich daran halten“. Deshalb entschloss er sich zur Selbstanzeige, um die Behörden auf das Dilemma aufmerksam zu machen. Und er rief dazu auf, die anderen Sonnenstudios zu kontrollieren.

Auf der Suche nach Recht musste er viel forschen. Er streifte durch die Behörden vom Ordnungsamt über den Kreis bis zum Regierungspräsidium. Keiner habe sich zuständig gefühlt. Erst beim Amt für Arbeitsschutz und Sicherheitstechnik im Regierungspräsidium Kassel war er erfolgreich.

„Es haben sich schon ganz viele beschwert“, sagte Dipl. Ing. Heinrich Schäfer, Aufsichtsbeamter beim Amt für Arbeitsschutz- und Sicherheitstechnik beim RP Kassel. Er wird voraussichtlich ab Februar die Sonnenstudios überprüfen. Dann wird die Behörde offiziell dafür zuständig sein. Bislang gebe es noch keine Zuständigkeit und daher auch keine Kontrollen.

Die Wettbewerbsverzerrung sei im Moment massiv und bitter. Schäfer schätzt, dass nur eines von sechs Studios sich bisher an die neue Verordnung hält. „Mit der Zunahme der Sonnenstudios stieg die Zahl der Hautkrebserkrankungen“, sagte Schäfer. Daher habe man härter durchgreifen müssen und das neue Gesetz geschaffen. Debus’ Weg der Selbstanzeige findet er legitim. „Es darf kein Solarium mehr betrieben werden, das nicht im Sinne der neuen Regeln arbeitet.“

Quelle: HNA

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