Teile von Bodenhausen sollen mit Hilfe des Denkmalschutzes saniert werden

Sorge um das alte Gut Bodenhausen: Wer bezahlt die Sanierung?

Liste voller Mängel: Reinhard Petersen (vorne rechts) von der Unteren Denkmalschutzbehörde Kassel steht vor dem Torbogenhaus des Guts Bodenhausen und notiert Schäden. Im Hintergrund stehen weitere Denkmalschutz-Fachleute. Foto: Auel

Bodenhausen. Das Torbogenhaus und das Pächterhaus des Gutes Bodenhausen müssen renoviert werden. So viel steht fest. Gar nicht fest steht allerdings, an welchen Stellen wieviel gearbeitet werden muss, was die Arbeiten kosten und – ganz wichtig – wer das Ganze eigentlich bezahlen soll.

Darüber diskutieren gestern die Eigentümer-Familie Weidel, Vertreter der Deutschen Denkmalstiftung, der Unteren Denkmalschutzbehörde und des Landkreises Kassel bei einer Besichtigung der historischen Anlage.

Von weiter weg betrachtet macht das Gut einen märchenhaften Eindruck. Vor allem das 1649 gebaute Torbogenhaus mit seinem hellgrauen Fachwerkbalken, dem kleinen Turm und dem in Rot, Grün und Beige gestrichenen Eingangsportal ist ein echter Blickfang. Geht man näher heran, nährt sich allerdings auch die Enttäuschung: Die Balken der Fassade faulen, im Torbogen machen sich Risse breit, der Turm wirkt verwittert.

Kurzclip: Denkmalschützerin Dr. Karin Gehrmann über das Gut Bodenhausen

„An der Frontseite des Torbogenhauses fehlt eine Wasserrinne. Das Regenwasser fließt vom Dach und beschädigt die Wand“, sagt Gutsbesitzerin Barbara Weidel. „Ich bin auf dem Gut aufgewachsen und will es auf erhalten“, sagt die 52-Jährige.. „Doch mir fehlt das Geld dazu“. Im Pächterhaus, wo früher das Personal lebte, sieht es nicht besser aus. Im Keller ist es feucht, teilweise sind Decken eingestürzt, das Dach muss ausgebessert werden. „Es ist für uns schon wichtig, dass wir nicht nur einzelne Löcher stopfen“, sagte Dr. Karin Gehrmann, Projektleiterin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz. „Was nützt es, wenn wir das Dach sanieren und die Feuchtigkeit des Kellers zerstört die Mauern?“

Schließlich einigte man sich darauf, dass Gutachter zunächst die Gebäude genauer untersuchen. Die Finanzierung des Gutachtens und die weiteren Sanierungsschritte wollen die Besitzer, der Landkreis, Denkmalschützer und die Gemeinde Habichtswald anschließend gemeinsam erarbeiten. „Wir bringen den Sanierungsantrag erstmal gemeinsam auf den Weg. Alles weitere klärt sich dann“, sagte Harald Kühlborn, Sprecher des Landkreises.

Auf ihrer Tour durch den Landkreis Kassel besuchten die Denkmalschützer auch das Schloss Riede. Hier will die Besitzerfamilie Kahl den Gutshof des Schlosses in einen Erholungsort für gestresste Menschen umbauen. Den Segen der Denkmalschützer, so Harald Kühlborn, hat sie.

Quelle: HNA

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