Sorge um Wolfhager Jugendfreizeit: Reise droht zu platzen

Bessere Zeiten: Auf Freizeiten wie in Spanien 2013 war Jugendarbeiter Frank Mahlich (Mitte) noch mit vielen Teilnehmern. Foto: Privat

Wolfhagen. Frank Mahlich von der Jugendarbeit Wolfhagen versteht nicht, warum die geplante Jugendfreizeit in Tirol auf wenig Begeisterung bei den Jugendlichen stößt. Seit vier Wochen wird für die zwei Wochen lange Tour im Juli geworben.

Bisher haben sich aber nur drei Teilnehmer angemeldet. Mindestens 18 Jugendliche müssen mitfahren, damit die Freizeit überhaupt stattfinden kann. „In den letzten Jahren waren wir meistens schon im April ausgebucht“, sagt Mahlich.

Früher sei das anders gewesen, erinnert sich der Sozialpädagoge, der selbst seit 15 Jahren solche Fahrten betreut. „Als ich angefangen habe, waren wir mit 35 bis 40 Jugendlichen unterwegs.“ In den vergangenen Jahren habe das zwar abgenommen, aber 25 Teilnehmer seien immer sicher dabei gewesen.

Dass es am diesjährigen Reiseziel liegt, will Mahlich nicht so recht glauben, obwohl die Jugendarbeit mit der Fahrt nach Tirol etwas Neues versucht. In den 25 Jahren, in denen die Fahrten angeboten werden, waren regelmäßig Ziele in Südeuropa wie Italien oder Kroatien angeboten worden. „Sommer, Sonne und Strand ist natürlich ein Thema für die Teilnehmer, aber es geht ja nicht nur ums Baden“, sagt Mahlich. Zudem sei mit dem See direkt vor der Tür auch in diesem Jahr die Möglichkeit zum Schwimmen gegeben. „Eigentlich unterscheidet sich das Programm kaum von dem der letzten Jahre“, sagt Mahlich.

Die Sorge, dass mit dem Reiseziel Tirol bei den Jugendlichen das Gefühl von einem spießigen Urlaub erzeugt wird, bleibt bei dem Jugendarbeiter dennoch. „Dabei bieten wir bei den Jugendfreizeiten immer Erlebnisse, die man sonst in keinem anderen Urlaub hat“, sagt Mahlich. Insbesondere die Begegnung mit anderen Jugendlichen habe immer zu viel Begeisterung bei den Teilnehmern geführt.

In den vergangenen Jahren habe sich das Freizeitverhalten der jungen Menschen aber verändert, was aus Sicht des Jugendarbeiters auch ein Grund für die geringen Anmeldezahlen seien könnte. „Der Anspruch an den Komfort ist deutlich gestiegen“, sagt Mahlich. Inzwischen sei die Verfügbarkeit von Wlan fast schon unverzichtbar. Zudem würden viele Jugendlichen bereits mit 17 Jahren alleine in den Urlaub fahren. „Wir wollen aber keine Partyreisen anbieten“, sagt Frank Mahlich.

Änderungen an dem Programm seien daher nicht geplant. Besonders, da die Jugendlichen auf den günstigen Jugendfreizeiten immer sehr viel Spaß gehabt hätten. „Wenn wir in diesem Jahr erstmals nicht auf eine Jugendfreizeit fahren können, würde ich es aber im nächsten Jahr nochmal mit einem Ziel in Südeuropa versuchen“, sagt der Sozialpädagoge.

Sollte es dann wieder zu wenige Anmeldungen geben, wäre das wohl das Ende für die Freizeiten der Jugendarbeit Wolfhagen - eine der wenigen in der gesamten Region, die noch angeboten wird. „Darüber will ich deshalb eigentlich gar nicht nachdenken“, sagt Frank Mahlich. Für dieses Jahr will er nun noch einmal verstärkt an den Schulen für das fast einzigartige Angebot die Werbetrommel rühren.

Die Jugendarbeit Wolfhagen bietet vom 18. bis 29. Juli eine Fahrt nach Achenkirch in Tirol an. Die Unterkunft liegt nördlich von Tirols größtem See und erstreckt sich von dort aus in die Berge. Neben Strandbädern bietet die Region Möglichkeiten zum Wandern, Moutainbiken oder Rafting. Die Kosten für die Fahrt betragen 490 Euro.

 

Fragen und Anmeldung über die Jugendarbeit Wolfhagen Tel. 05692/9960496.

Quelle: HNA

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