Geplante Logistikhalle: Breunaer befürchten Belastung durch Lkw-Verkehr

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Wird Breuna künftig von Lkw überrollt? Bürgermeister Henkelmann sieht der geplanten VW-Logistikhalle im benachbarten Volkmarsen besorgt entgegen - seine Meinung teilen zahlreiche Breunaer Bürger.

Breuna. Dass wesentlich mehr Lkws durch Breuna fahren werden, sollte es zum Bau der VW-Logistikhalle im benachbarten Volkmarsen kommen, ist klar. „Die Beschaffenheit der Straßen soll es laut Gutachten hergeben, doch müssen wir Menschen das auch?“, fragte eine Anwohnerin der betroffenen Wolfhager Straße am Freitag während einer Bürgerversammlung im Dorfgemeinschaftshaus.

Knapp 40 Breunaer waren gekommen, um sich über das Großprojekt des Volkswagenkonzerns zu informieren. Viele befürchten, Breuna könne zum Tummelplatz für Brummis werden. Sorgen, die auch Bürgermeister Klaus-Dieter Henkelmann teilt, deswegen bereits juristischen Rat eingeholt hat, zum aktuellen Stand allerdings nichts sagen wollte.

Mit ihren Befürchtungen liegen die Breunaer offensichtlich nicht allzu falsch. Die von Detlef Schmidt vom mit dem Projekt betrauten Büro für Freiraum- und Landschaftsplanung vorgestellten Zahlen jedenfalls sprechen eine deutliche Sprache. So sei allein wochentags zwischen sechs und 20 Uhr mit einem Aufkommen von 70 Lkw mit einer Tragleistung von 30 Tonnen zu rechnen, zwei Zwölftonner kämen stündlich hinzu, außerdem zehn Sprinter und 50 Pkw pro Tag. Auch in der Nacht sollen die Brummis gen Volkmarsen rollen, jeweils einer jeder Größenordnung stündlich. Der Einsatz von Zügen sei nur in den Nachtstunden vorgesehen.

Bei den genannten Zahlen handele es sich um das gesamte Verkehrsaufkommen für die geplante Halle, also nicht für Breuna allein. Wo der Verkehr letztlich lang rollt, das ist laut Schmidt nicht zu sagen, vier mögliche Zubringerstrecken kämen in Frage. Man werde sich aber bemühen, dass sich nicht alles auf Breuna konzentriere.

Rathauschef Henkelmann hält die Route von Volkmarsen hin zum Baunataler Volkswagenwerk über Breuna zur A 44 für die effektivste und somit wahrscheinlichste. „Eine derartige Belastung ist für unsere Bürger aber nicht zumutbar.“

Ob und wie es konkret weitergeht, das wird die Zukunft zeigen. Ein angestrebtes Bürgerbegehren einer Volkmarser Bürgerinitiative könnte dem Mammutprojekt noch einen Strich durch die Rechnung machen. Und dann? „VW ist ein Weltkonzern, und ein Weltkonzern hat immer einen Plan B in der Tasche“, so Schmidt.

Quelle: HNA

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