Sorgen zum Jubiläum

Geburtsstunde des Gemischten Chores Elbenberg schlug vor 150 Jahren

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Mit Fahne: die Männer der ersten Stunde, die 1866 den Männergesangverein Elberberg gründeten.

Elbenberg. Den Gemischten Chor Elbenberg mit seinen derzeit 47 Mitgliedern, davon 22 aktive Sängerinnen und Sänger gibt es seit 40 Jahren. Dem Chorgesang gehuldigt wird in dem Naumburger Stadtteil aber schon seit 150 Jahren.

Beide Jubiläen werden zusammen mit der Dorfgemeinschaft sowie der musikalischen Unterstützung des örtlichen Posaunenchores am Sonntag, 17. März, ab 14 Uhr, im Gemeinschaftshaus Flachsrose festlich gefeiert.

Begonnen hat alles im Jahr 1863. Denn da hob man im damals eigenständigen Dorf Elben einen Männergesangverein aus der Taufe. Drei Jahre später gründete sich auch auf dem Berg, wie das ebenfalls selbständige Dorf Elberberg genannt wurde, ein Männergesangverein. Beide Chöre behielten bis zur Gebietsreform – 1967 entstand aus den Orten Elben und Elberberg der Naumburger Stadtteil Elbenberg – ihre Eigenständigkeit.

Dem kommunalen Zusammenschluss folgten auch die Sangesbrüder vom Berg und aus dem Tal. Die 50 Aktiven fusionierten, traten nun gemeinsam als Männergesangverein Elbenberg auf. Doch in den Folgejahren gab es personelle Probleme. Altersbedingt schrumpfte die Zahl der aktiven Sänger. So entschlossen sich die Verantwortlichen 1972, den Chor auch für Frauen zu öffnen. Mit Erfolg.

Nach einjähriger Probezeit wurde aus dem Männer- ein Gemischter Chor. Der wird seit 1999 von Philipp Arnold aus Fritzlar geleitet. Von den 18 Frauen, die damals in die Männerphalanx einbrachen, sind heute noch Anni Heinemann, Margot Kleinert, Johanna Schäfer, Emmi Kranz, Ursel Thüre sowie Irmgard Langer dabei.

Das Jubiläumsfest in der Flachsrose könnte für den Gemischten Chor allerdings auch eine Abschiedsparty werden. Vereinsvorsitzender Walter Meyer: „Uns fehlt einfach der Nachwuchs. Im Moment haben wir bei den aktiven Sängerinnen und Sängern ein Durchschnittsalter von 76 Jahren. Das sind natürlich keine Perspektiven.“

Auflösung diskutiert

Zur Diskussion im Kreis der Mitglieder stand deshalb während der jüngsten Jahreshauptversammlung die Auflösung des Vereins, beziehungsweise die Variante, ihn zunächst einmal ruhen zu lassen. Meyer: „Das Aus nach 150 Jahren Chorgesang im Elbetal wäre ein schmerzhafter Schritt. Abzuwenden wäre er nur, wenn sich in nächster Zeit jüngere Frauen und Männer finden, um bei uns mitzusingen.“ (zih)

Quelle: HNA

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