Trinkwassermanagement

Sorgen um Wasserversorgung in Ottrau: Millioneninvestition sind nötig

Veraltetet: Die Löschteiche in der Gemeinde Ottrau haben vielerorts nicht mehr die notwendige Kapazität. Im Ernstfall gibt es zu wenig Löschwasser. Foto: Matthias Haaß

Das Fazit zur Analyse des Trinkwassermanagements in Ottrau, das Diplom-Ingenieur Marc Müller den Gemeindevertretern in vorstellte, war ernüchternd. Um die Wasserversorgung auf einen modernen Stand zu bringen, müssten rund 3,95 Millionen Euro investiert werden, so der Fachmann.

Das Ingenieurbüro hatte alle baulichen Anlagen der Trinkwasserversorgung begutachtet und auch die Löschwasserversorgungsmöglichkeiten in den fünf Ortsteilen der Gemeinde untersucht. Görzhain blieb außen vor, da Görzhain über eine unabhängige Trinkwasserversorgung verfügt.

Dem Ortsteil Schorbach attestierte der Fachmann, dass ein ordnungsgemäßer Betrieb der Wasserversorgung nicht mehr möglich sei. Der Tiefbrunnen „Luttershain“ sei „abgängig“, sodass mittelfristig keine ausreichende Versorgung über diesen Brunnen sichergestellt werden kann. Aber nicht nur beim Tiefbrunnen „Luttershain“ liegt einiges im Argen, sondern im gesamten Trinkwassernetz der Gemeinde gibt es erheblichen Investitionsstau. Ein Großteil der Anlagen im Gemeindegebiet sei aus den 60er/70er Jahren und derart veraltet, dass moderne Anforderungen an Elektrotechnik, Arbeitsschutz, Überwachungstechnik und Einbruchschutz nicht erfüllt würden. „Für Schorbach besteht die Gefahr des Ausfalls der Wasserversorgung“, brachte es Müller auf den Punkt.

Bürgermeister Norbert Miltz bestätigte die Probleme, auch wenn das Kreisgesundheitsamt bei seinen Kontrollen noch immer alles im „grünen Bereich“ gesehen habe.

Müller kam zu der Empfehlung, die Altanlagen in Schorbach stillzulegen und die Ortsteile Schorbach und Weißenborn in der Wasserversorgung zusammenzulegen. Der Weißenborner Tiefbrunnen habe die Kapazität, beide Ortsteile langfristig mit Trinkwasser zu versorgen, so der Ingenieur.

Auch bei den anderen Trinkwasseranlagen der Gemeinde fand Müller Punkte zur Sanierung und Verbesserung, wenngleich die Mängelliste nicht ganz so gravierend wie in Schorbach ausfiel. So ist beispielsweise die Löschwasserversorgung der Mühlen und von Kleinropperhausen nicht gesichert. Drei neue Zisternen könnten Abhilfe schaffen.

Der Fachmann legte den Gemeindevertretern für die Zukunftsfähigkeit der Trinkwasserversorgung insgesamt einen dicken Maßnahmenkatalog vor. Hiernach müssten in Sanierung und Neubau der zentralen Versorgungsanlagen rund 2,6 Millionen Euro und in die Ortsnetze rund 1,35 Millionen Euro investiert werden.

„Die Maßnahmen sind gebührenrelevant“, so ein Hinweis des Diplom-Ingenieurs, der zugleich auch dazu riet, jährlich 1,5 bis 2 Prozent des maroden Leitungsnetzes, 480 bis 640 Meter pro Jahr, zu erneuern. „Das ist eine enorme Strecke“, so der Fachmann, der seinem Neubau-Lösungsvorschlag auch Sanierungskosten der beiden Altanalgen in Schorbach und Weißenborn gegenüberstellte. Dieser Ansatz käme aber laut seiner Expertise gut 200 000 Euro teurer.

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare