Der Verein "SOS - Hoffnung für Katzen" ist für Kastration der Tiere

Schwalm-Eder. Tanja Walter macht sich für ein Problem stark, das die wenigsten überhaupt als Problem wahrnehmen: Die Malsfelderin setzt sich mit dem Verein "SOS - Hoffnung für Katzen" für die Kastration verwilderter Tiere ein.

Die sind zwar nur selten zu sehen, aber dennoch an vielen Orten zu finden. Tierschützer schätzen, dass es bundesweit zwei Millionen herrenlose Katzen gibt, die mehr schlecht als recht auf Müllkippen oder am Ortsrand überleben. Und diese zwei Millionen Tiere könnten sich theoretisch zwei Mal pro Jahr vermehren - eine unglaubliche Vorstellung.

Der Verein "Hoffnung für Katzen" will gegensteuern. Und so dafür sorgen, dass die Zahl der herrenlosen Tiere langsam, aber stetig sinkt. "Nur so können wir das Tierheim in Beuern und die vielen Pflegestellen im Landkreis entlasten", sagt Tanja Walter. Denn sowohl Tierheim als auch die Außenstellen stießen längst an ihre Grenzen, wenn es darum gehe, Katzen aufzunehmen: "Es gibt unzählige, die ein Zuhause suchen."

Der neue Verein, der im ganzen Landkreis tätig sein will, macht sich damit explizit für Katzen stark: "Sie haben eben keine Lobby wie Hunde", sagt Tanja Walter.

Mit seinen Aktionen will der noch junge und kleine Verein verhindern, dass die Zahl der streunenden Katzen, die oft qualvoll verhungern oder elend an Krankheiten verenden, nicht weiter steigt.

Das geschieht, indem die Vereinsmitglieder die Tiere in Lebendfallen fangen, sie zum Tierarzt bringen, sie nach der Operation ein paar Tage pflegen und dann wieder am gewohnten Platz aussetzen.

Im Idealfall, sagt Tanja Walter, wird der Verein künftig von Kommunen oder Privatpersonen darüber informiert, wo eine wilde Katzenpopulation lebt um dann alles zu tun, dass diese Population im nächsten Frühjahr nicht noch viel größer wird. Tanja Walter ist bewusst, dass sie sich ein äußerst schwieriges Arbeitsfeld ausgesucht hat: "Niemand will die Kastration von Katzen bezahlen, die keinem gehören", sagt sie. Alle Vereinsmitglieder wüssten, dass sie einen undankbaren Job übernommen hätten aber eben auch einen ganz wichtigen.

Dr. Dirk Kusan vom Veterinäramt Schwalm-Eder sieht die Aktion skeptisch

Ist das überhaupt erlaubt: Darf denn ein Verein einfach fremde Katzen kastrieren lassen?

Dr. Kusan: Fachlich gesehen ist es eine sinnvolle Aktion, die wildlebende Hauskatzenpopulation zu reduzieren. Das Problem aber ist, dass es für Laien oft schwierig werden dürfte, zwischen Wildkatzen und wildlebenden Katzen zu unterscheiden. Denn das ist zwar nicht einfach, aber dennoch sehr wichtig: Wildkatzen stehen unter besonderem Schutz.

Und was ist mit den Hauskatzen, die also jemandem gehören?

Dr. Kusan: Der verantwortungsvolle Katzenhalter lässt sein Tier natürlich selbst kastrieren. Außerdem sind Hauskatzen meist zutraulich, oft tragen sie eine Tätowierung im Ohr oder einen Chip unter der Haut. Aber tatsächlich ist bei solchen Aktionen auch schon mal der ein oder andere Zuchtkater versehentlich kastriert worden.

Also ist das eine echte Gratwanderung. Wieso gibt es eigentlich noch so viele unkastrierte Katzen?

Dr. Kusan: Weil die Einsicht in diese Notwendigkeit noch immer zu gering ist. Viele Katzenhalter, vor allem in den Dörfern, haben die „nur-die-Stärksten-überleben“-Mentalität und halten deshalb viele Tiere, in der Hoffnung, dass ein paar gesund bleiben. Dass das Kastrieren aber wirklich wichtig ist und man die Verpflichtung hat, sich um seine Tiere zu kümmern: Das haben noch nicht alle verstanden.

Quelle: HNA

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