Sozialzentrum in Alter Schule

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Aus der ehemaligen Grundschule ist ein modernes Sozialzentrum entstanden: Im Erdgeschoss befindet sich eine Physiotherapie und die Mehrgenerationenbegegnungsstätte, im Obergeschoss die Praxisräume eines Hausarztes.

Wo einst Kinder das Schreiben und Rechnen lernten, ziehen jetzt Gesundheit und Generationenhilfe ein: Die Gemeinde Oberaula lässt die alte Grundschule im Ortskern zu einem Sozialzentrum umbauen.

Das erste der beiden Gebäude ist fertig gestellt und wird mit einer Feier am 16. April offiziell eingeweiht. Ab 15 Uhr besteht an diesem Tag auch die Möglichkeit zur Besichtigung des Multifunktionshauses.

In dem modernen Multifunktionsgebäude, dem Haus B, sind eine Hausarzt- und Physiotherapiepraxis eingezogen. Im unteren Stockwerk hat auch eine Mehrgenerationenbegegnungsstätte Platz gefunden, in der der Nachbarschaftshilfeverein „Gemeinsam für Oberaula“ verschiedene Angebote organisieren soll.

Die beiden Gebäude der Alten Schule waren mit einem Zwischentrakt verbunden, in dem sich die Schultoiletten befanden. Er wurde abgerissen und durch einen kleineren Neubau für das Wartezimmer der Arztpraxis im ersten Stock ersetzt. Mit einem Aufzug sind die Räume behindertengerecht erschlossen.

Betreutes Wohnen

Nach Fertigstellung des ersten Hauses schließen sich jetzt die Bauarbeiten in dem Altbau aus den Vorkriegsjahren nahtlos an. Hier soll schon im Sommer die Tagespflege einziehen können.

Die beiden oberen Etagen werden, ebenfalls nach den Plänen des Architekten Thomas Schäfer, zu Appartements für betreutes Wohnen umgebaut. Dafür wird der Dachstuhl abgetragen und mit einem flachen Satteldach aufgestockt, um gerade Wände zu erhalten. Acht separate Wohneinheiten mit jeweils 25 Quadratmeter und Balkon sollen bis Ende des Jahres bezugsfertig sein.

Fördergelder und Darlehen

Bis zum Abschluss aller Umbauten wird die Gemeinde Oberaula insgesamt knapp 1,55 Millionen Euro in das Projekt investieren. Erwartet werden dabei Fördergelder und zinsgünstige Darlehen vom hessischen Sozialministerium, der „LEADER“ Förderung Knüll, der Kreditanstalt für Wiederaufbau und der ortsansässigen Annette-Hellwig-Stiftung. Damit die Kommune aber „nicht ins Blaue“ investieren musste, waren im Vorfeld mit den künftigen Mietern bereits bindende Vorverträge geschlossen worden.

Vorher zwei Jahre Stillstand

Das neue Sozialzentrum im Ortsmittelpunkt von Oberaula hat eine längere Vorgeschichte. Bereits in 2009 waren die Grundschüler in die Schule am Katzbachtal umgezogen, das Gebäude war entbehrlich geworden. Im Frühjahr 2011 wurde das Gelände im Ortskern vom Schwalm-Eder-Kreis an die Gemeinde rück übereignet. Verhandlungen mit privaten Investoren waren gescheitert. Deshalb beschlossen die Gemeindevertreter im August 2012 das Zepter selbst in die Hand zu nehmen.

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Gleichzeitig wollte der Luftkurort eine Verbesserung der Hausarztversorgung. Von ehemals drei Praxen war nur noch eine Gemeinschaftspraxis geblieben, deren Inhaber die Bereitschaft zum Umzug in geräumigere Praxisräume signalisiert hatte. In zahlreichen Sitzungen mit dem Architekturbüro Schäfer, Vertretern der Kommune und den zukünftigen Nutzern wurden die Vorstellungen immer wieder geändert und konkretisiert, bis schließlich ein effektives und bezahlbares und natürlich behindertengerechtes und barrierefreies Konzept vorlag. (ley)

Quelle: HNA

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