Spangenberg will Backhaus an Stiftung verkaufen

Fachwerk-Ensemble am Burgsitz: Zum Burgsitz-Areal (Gebäude rechts) gehören unter anderem das Backhaus (im Vordergrund) und das Heimatmuseum (links im Bild). Im Hintergrund ist das Spangenberger Schloss zu sehen. Die Stadt will nun das Backhaus an die Werner Pfetzig Stiftung Himmelsfels verkaufen als kommunaler Anteil zur weiteren Finanzierung des Projekts.

Spangenberg. Der Burgsitz könnte Zuwachs bekommen. Wenn die Stadtverordneten dem Plan der Verwaltung zustimmen, wird das Backhaus samt Remise und Grundstück an die Werner Pfetzig Stiftung Himmelsfels verkauft: für 35.000 Euro.

Das entspräche dem zehnprozentigen Pflichtanteil der Stadt an der Finanzierung der weiteren Burgsitz-Sanierung. Auch das Nutzungskonzept und die weiteren Ausbaukosten werden Thema sein während der nächsten öffentlichen Sitzung am Mittwoch, 24. April.

80 Prozent der Sanierungsarbeiten am Burgsitz sind bereits abgeschlossen. Das teilt Projektleiter Johannes Weth von der Stiftung Himmelsfels mit. Der Burgsitz ist ein viergeschossiger Fachwerkbau inklusive Keller und Dachgeschoss. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1350, als ein H. Steckebeyn den Burgsitz als Lehnsherr bewohnt hat.

Über die Jahre war der Burgsitz heruntergekommen, zuletzt gar herrenlos. 2008 hat das Land Hessen der Stiftung Himmelsfels die Eigentümerverantwortung übertragen. Die Stiftung saniert seitdem das Gebäude als Arbeitsförderungsprojekt ohne finanzielle Beteiligung der Stadt. Nun hat die Ausbauphase für eine künftige gemeinnützige Nutzung begonnen, an der sich laut Gesetz die Stadt Spangenberg zu zehn Prozent beteiligen muss. Daher der Vorschlag der Verwaltung, das Backhaus, das sich auf dem Burgsitzgelände befindet und Eigentum der Stadt ist, an die Stiftung zu verkaufen.

"Das ist eine geniale Lösung", sagt Bürgermeister Peter Tigges auf HNA-Nachfrage, "denn es bringt uns keinen finanziellen Nachteil." Die Einnahmen aus der Vermietung des Backhauses für Veranstaltungen, etwa Backhausfest oder Museumstag, seien vernachlässigenswert.

Die Kosten für den Burgsitz-Ausbau belaufen sich nach Architektenschätzung auf 400.000 Euro. Damit könnte das geplante Nutzungskonzept (siehe Hintergrund) realisiert werden.

Der Denkmalschutz (50.000 Euro) und das Hessische Wirtschaftsministerium haben eine Förderung in Aussicht gestellt. Erstmalig kann der kommunale Anteil aufgrund einer besonderen Regelung für Kommunen mit starker Verschuldung Spangenberg ist jüngst unter den Rettungsschirm geschlüpft bis auf einen verbleibenden Anteil von zehn Prozent durch Dritte erbracht werden. Die Stiftung Himmelsfels hat angekündigt, diesen verbleibenden Eigenanteil, rund 25 Prozent, zu übernehmen. Die Stadtverordneten werden während ihrer nächsten Sitzung über diesen Finanzierungsplan beraten und entscheiden. Parlament Spangenberg: Die nächste öffentliche Sitzung ist am Mittwoch, 24. April, 19.30 Uhr, im Informationszentrum in der Burgsitzschule.

Geplantes Nutzungskonzept für den Burgsitz

Erdgeschoss:

• Büroräume für eine soziale Anlaufstelle, Nutzung durch den Verein Spangensteine, die Arbeitsförderung, die Stiftung Himmelsfels und andere Initiativen zur Belebung der Innenstadt 1. und 3. Stock:

• Wohnraum für Wohngemeinschaften von jungen Menschen im Freiwilligen Sozialen Jahr oder im Bundesfreiwilligendienst, die auf dem Himmelsfels als Mitarbeiter im Gästebetrieb mitwirken 2. Stock:

• Grüner Salon: öffentlich nutzbarer Raum für kleinere Veranstaltungen: Integrationskurs, Ausstellungen, Schulunterricht im historischen Klassenzimmer, kleine Familienfeiern für sozial schwache Mitbürger

• In den anderen Räumen soll eine Beratungspraxis für Sucht, Verschuldung, Integrationsfragen entstehen.

Quelle: HNA

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