Experten untersuchen Gewölbekeller unterm Junkerhaus in Spangenberg

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Was wird aus dem Gelände des ehemaligen Junkerhauses? Diese Frage wird in Spangenberg heftig diskutiert. Die Denkmalschutzbehörde prüft jetzt, ob man den dazugehörigen Gewölbekeller erhalten kann oder verfüllen sollte.

Spangenberg. Jetzt nehmen Profis die Sache unter die Lupe: Ab nächster Woche untersuchen Mitarbeiter des Marburger Instituts für Bauforschung den Gewölbekeller am ehemaligen Junkerhaus in der Untergasse.

Das Landesamt für Denkmalpflege hat den Experten den Auftrag erteilt, die bauliche Situation des Kellers zu bewerten, teilt Professor Peer Zietz mit. Ihm geht es darum, die denkmalpflegerische Bedeutung zu ermitteln. Denn noch steht die Frage im Raum, was denn mit dem circa neun mal fünf Meter großen Keller geschehen kann und soll. "Das wollen wir nicht aus dem Bauch heraus, sondern auf der Grundlage von Fakten entscheiden", sagt Zietz.

Diese Fakten sollen in gut zwei Wochen vorliegen und eine wasserdichte Grundlage für weitere Beschlüsse liefern, sagt auch Architekt Thomas Wunderlich aus Spangenberg, der den Abriss des Junkerhauses begleitete. Zwei Zugänge führen in den unterirdischen Bau. Der von der Untergasse her ist stillgelegt, er wurde mit einer Betonplatte verschlossen. Der andere führt vom Garten her in die Tiefe. Dort unten sehe es schlimm aus, sagt Zietz: Der Keller sei stark vermüllt, zudem sei lange Zeit Wasser hinein geflossen. Die Bauforscher sollen den Keller aufmessen und untersuchen, ob er von historischer Bedeutung ist. Sie werden wohl auch zum Spaten greifen um zu schauen, ob sich an der niedrigen Höhe etwas verändern lässt, ob vielleicht Erdreich aufgeschüttet wurde.

Es komme häufig vor, dass bei Bau- oder Sanierungsarbeiten historische Gewölbekeller auftauchten, sagt Professor Zietz. Allerdings sei der Keller nie ganz aus dem öffentlichen Bewusstsein verschwunden gewesen: "Die Menschen wussten davon, aber es hat sich ja niemand getraut ihn zu betreten, weil das Junkerhaus selbst eingestürzt war."

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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