Spangenberger Brandstifter muss nicht ins Gefängnis

Spangenberg/Kassel. Der Brandstifter von Spangenberg muss nicht hinter Gitter. Das Kasseler Landgericht verurteilte den 38-Jährigen, der sieben Mal in der Kleinstadt gezündelt und dabei einen Schaden von mehr als 230.000 Euro angerichtet hatte, zu einer zweijährigen Bewährungsstrafe.

Diese Bewährungschance knüpfte die Strafkammer am Mittwoch jedoch an strenge Auflagen.

So muss sich der alkoholabhängige Mann, der die Feuer aus Frust und mit reichlich Bier im Blut gelegt hatte, stationär in einer Rehabilitationseinrichtung für Suchtkranke aufnehmen lassen. Bei Alkoholrückfällen ist er verpflichtet, sich umgehend zur Entgiftung ins Krankenhaus zu begeben. Und schließlich soll er auch noch 200 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Auf dieses Strafmaß, das dem bislang nicht vorbestraften Angeklagten die Rückkehr zu einem geordneten Leben ermöglichen soll, hatten sich die Verfahrensbeteiligten bereits beim Prozessauftakt einvernehmlich verständigt.

Am Mittwoch gab nun auch die psychiatrische Sachverständige Birgit von Hecker, die den 38-Jährigen begutachtet hatte, grünes Licht für eine solche Regelung: „Eine generelle Gewaltneigung kann man bei ihm nicht feststellen.“ Es sei daher nicht nötig, den Mann zwangsweise in einer geschlossenen Entziehungsanstalt unterzubringen. (jft)

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Quelle: HNA

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