Spangenberger Flüchtlings-AG sucht Wohnungen

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Gute Ansprechpartner: Ulrike Richter, Pfarrer Michael Schümers, Sabine Wunderlich und Jutta Wölki-Voß und Martin Söchting (von links) von der Spangenberger Flüchtlings-AG. Foto:  Brandau

Spangenberg. Asylsuchende bleiben in Spangenberg nicht allein: Die Mitglieder der neu gegründeten Flüchtlings-AG gehen auf die Menschen zu, die aus ihrer Heimat fliehen mussten oder vertrieben wurden.

Vier Familien mit insgesamt 20 Menschen sind es, die in den vergangenen vier Monaten in Spangenberg ankamen und dort als Asylsuchende nun in einem Haus in der Innenstadt ein Zuhause auf Zeit gefunden haben.

Die Flüchtlings-AG sieht sich als Ansprechpartner, Brückenbauer, Verbindungsleute: „Wir wollen diese Menschen hier nicht etwa erdulden, sondern sie an unserer Gesellschaft teilhaben lassen“, sagt Pfarrer Michael Schümers.

„Wir wollen zeigen, dass es hier Leute gibt, denen das Schicksal der Fremden nicht egal ist.“

Wie wichtig es ist, die Lebensqualität derer zu verbessern, die da oft von Land zu Land irren, um vielleicht irgendwo eine längerfristige Bleibe zu finden, wurde im vergangenen Sommer offensichtlich, als ein Haus in der Spangenberger Innenstadt brannte und die Menschen auf der Straße zusammen liefen: „Erst als da plötzlich 20 fremde Leute völlig verwirrt im Schlafanzug im Freien standen, haben viele Spangenberger überhaupt registriert, dass mitten in der Stadt auch Flüchtlinge leben“, sagt Martin Söchting. „Das war ein Signal für uns - damals kam die Idee auf, uns um diese Menschen zu kümmern.“

Diese Menschen, die damals im Schlafanzug neben dem brennenden Haus standen, leben längst irgendwo anders. Auf sie aber sind mittlerweile vier Familien gefolgt, die in ihren Heimatländern Serbien, Bosnien, Mazedonien und Kroatien nicht mehr bleiben konnten und nun in Spangenberg untergebracht sind. Jetzt wird bereits die fünfte Familie erwartet.

Das wichtigste Anliegen der Flüchtlings-AG ist es, Wohnungen zu finden - eine Brücke schlagen zwischen denen, die eine Wohnung haben, aber vor den potenziellen zugereisten Mietern zurückschrecken, und denen, die unbedingt eine Wohnung brauchen.

„Wir wollen zum einen Vorbehalte abbauen und zum anderen auch ganz deutlich machen, dass wir die Wohnungseigentümer keinesfalls allein lassen, falls es Probleme geben sollte“, sagt Sabine Wunderlich. Das Sozialamt übernehme die Miete, die Flüchtlings-AG die Betreuung: „Damit sind die Vermieter stets auf der sicheren Seite.“

Außerdem braucht die Flüchtlings-AG weitere ehrenamtliche Mitstreiter. Gesucht werden Menschen, die Fahrten übernehmen, die Flüchtlinge zum Arzt oder Amt bringen, die mitanpacken oder trotz häufiger Kommunikationsprobleme einfach mal zuhören. „Es besteht einfach eine menschliche Notwendigkeit: Diese Menschen haben oft eine solche Odyssee hinter sich, dass man sie sich gar nicht vorstellen kann“, sagt Martin Söchting.

Ein fertiges Konzept 

Die Flüchtlings-AG hat auch ein Konzept erarbeitet, das nun der Kreisverwaltung vorliegt. Darin sind alle Dienstleistungen, Betreuungen und Aufgaben angegeben. Wenn das anerkannt wird, so die Hoffnung der ehrenamtlichen Mitarbeiter, dann sei nicht nur der menschliche, sondern auch der finanzielle Aspekt ihrer Arbeit gesichert. (bra)

Kontakte:  Wohnungseigentümer können sich unter Tel. 05663/274032 melden, wer sich ehrenamtlich einsetzen möchte, ist im Katharinenverein unter Tel. 05663/2879814 willkommen.

Quelle: HNA

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