Spangenberger Junkerhaus soll abgerissen werden

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Die besten Zeiten sind vorbei: Wie lange das Dach des herrenlosen Junkerhauses in der Untergasse in Spangenberg diesen fragilen Zustand noch aushalten kann, ist ungewiss.

Spangenberg. Herrschaftlich sieht das Junkerhaus nun wirklich nicht mehr aus. Eingefallene Mauern, ramponiertes, undichtes Dach, verbarrikadierte Türen und Fenster, zerbrochene Scheiben. Nur das große Eingangstor im gotischen Stil lässt erahnen, welche Stellung das Junkerhaus einst hatte.

Vier Jahre vor seinem 500. Geburtstag steht es nun vor dem Abriss. „Kontrollierter Rückbau“ nennt das der Fachmann.

In Absprache mit dem Amt für Denkmalpflege und dem Kreisbauamt hat sich herausgestellt: Das Haus ist nicht mehr sanierungsfähig. Das teilte Bürgermeister Peter Tigges auf HNA-Anfrage mit. Der Plan ist, das Gebäude abzureißen. Es gab bereits erste Gespräche mit dem Bauaufsichtsamt des Landkreises.

Trauriger Anblick: Das vor 496 Jahren errichtete Gebäude steht vor dem Abriss. Im Inneren sind bereits Lehmwände und Deckenbalken eingestürzt.

Nur die Grundmauern des gotischen Unterbaus und die spitzbogige Einfahrt sollen demnach stehenbleiben. Ein Schild im Eingangsbereich soll nach dem Abbruch darauf hinweisen, um welches Gebäude es sich bei dem Junkerhaus gehandelt hat, teilte Tigges weiter mit. Auf der frei gewordenen Fläche könnte eine Bank den Blick der Besucher über die angrenzende Stadtmauer, den Zellentrakt des früheren Klosters und über die Dächer der Stadt gen Westen richten.

Bis vor wenigen Jahren war das Junkerhaus im Privatbesitz, wurde aber jahrzehntelang nicht mehr bewohnt. Zuletzt diente es als Unterstellplatz für einen Lieferwagen des letzten Eigentümers. Dieser hatte das Gebäude dann aufgegeben und beim Grundbuchamt auf sein Eigentum verzichtet. Damit gilt das Junkerhaus als herrenlos.

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Von Claudia Feser

Quelle: HNA

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