Gotteshaus in neuem Anblick

Spangenberger Stadtkirche wird ab 2014 renoviert

Spangenberg. Es gibt Ideen, die findet Pfarrer Volker Mantey einfach großartig. Einen solchen großartigen Geistesblitz hatte kürzlich Elfriede Salzmann aus Spangenberg.

Die Seniorin hatte anlässlich ihres 90. Geburtstages auf Geschenke verzichtet und ihre Gäste um Spenden zugunsten der Spangenberger Stadtkirche gebeten. Das wurde jetzt eingesetzt, um die Türen des Gotteshauses neu zu streichen und damit ansehnlicher zu gestalten. Zudem sollen noch zwei Kugelahorne hinzukommen, genau wie jene Exemplare, die auch in früheren Zeiten den Seiteneingang flankiert hatten. So bietet sich den Besuchern des Gotteshauses ein ganz neuer Anblick.

Für Elfriede Salzmann lag die Idee, anlässlich ihres Geburtstags Spenden zu sammeln, geradezu auf der Hand. "Ich bin wunschlos glücklich", beteuerte die mittlerweile 92-Jährige beim Termin in der Spangenberger Stadtkirche. "Als mir mein Sohn vorschlug, Geld für unsere Kirche zu sammeln, habe ich gleich Ja gesagt", berichtet die heute 92-Jährige.

Die Kirche ist ihr von Kindesbeinen an vertraut: Schon als Kind hatte Elfriede Salzmann gemeinsam mit ihrem Großvater die Gottesdienste in Spangenberg besucht. Der betrat die Kirche immer durch den kleinen Seiteneingang, der im Vergleich zu den anderen Türen tatsächlich winzig wirkt. "Der Großvater hatte immer ganz hinten sitzen wollen, damit ihn keiner sah", sagt Salzmann.

Auch sie will sich eigentlich gar nicht gerne in der Zeitung sehen: Die rüstige Seniorin hätte gerne den beiden Pfarrern Volker Mantey und Michael Schümers in aller Stille das Geld gegeben, mit dem sie die Türensanierung unterstützte. Doch die beiden Seelsorger waren sich einig, dass die gute Tat auch öffentlich werden solle: Elfriede Salzmanns Idee sei nicht nur sehr lobens-, sondern vor allem auch nachahmenswert.

Nachahmenswert ist aber auch die jahrzehntelange Treue, die Elfriede Salzmann den Spangenbergern Vereinen hält.

In zwei Jahren feiert die begeisterte Sängerin übrigens einen ganz besonderen und sehr seltenen Anlass: ihre 80-jährige Mitgliedschaft im Gemischten Chor Spangenberg, in dem sie seit 1935 singt. Das nennt man wahre Vereinstreue.

Die Sanierung:

Ab dem kommenden Jahr soll die Spangenberger Stadtkirche über mehrere Jahre hinweg in mehreren Bauabschnitten renoviert werden, kündigen Pfarrer Mantey und Schümers an. Im kommenden Jahr soll das Dach des Gotteshauses saniert werden, dafür stehen 400 000 Euro zu Verfügung. Die Landeskirche stellt 100 000 Euro bereit, das Landesamt für Denkmalschutz ebenfalls 100 000 Euro, 86 000 Euro hat die Spangenberger Kirchengemeinde gesammelt. Diese Summe hat die Stiftung Kirchenbau-Erhaltungsfonds der evangelischen Kirche verdoppelt, so dass nun genügend Geld vorhanden ist, um im Spätwinter die notwendigen Arbeiten vorzunehmen.

„Die bautechnischen Untersuchungen und die Ausschreibungen laufen, die formellen Voraussetzungen sind erfüllt – jetzt kann es bald losgehen“, sagt Volker Mantey. Der 1. Bauabschnitt werde zeigen, wie dringlich bzw. umfangreich die anstehenden Arbeiten sein werden. Denn dann werde eine dendrochronologische Analyse der Fachwerkkonstruktion vorgenommen, die genaue Auskunft über den Zustand des Bauwerkes geben werde.

• 2014 wird das Dach des Gotteshauses saniert

• 2015 soll das Dach des Chorraumes instand gesetzt werden

• 2016 stehen Arbeiten am Turm an

• 2017 erfolgen im vierten Bauabschnitt Arbeiten am Mauerwerk

• 2018 wird der Innenraum der Stadtkirche erneuert.

Der architektonische Stellenwert der Stadtkirche ist herausragend: Das 1350 erstmals erwähnte Bauwerk war stilbildend für die Melsunger Stadtkirche und für die Marburger Elisabethkirche, sagen Pfarrer Mantey und Schümers.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

Rubriklistenbild: © HNA/Brandau

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