HNA-Serie zu alten Gasthäusern im Schwalm-Eder-Kreis

Spangenbergs älteste Gaststätte feiert am Wochenende Jubiläum

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Seit Jahrzehnten für die Gäste da: Wirtin Thea Stang mit Stammgast Ludger Schweigmann – rechts das Traditionsgasthaus im Jahr 1932.

Spangenberg. Die Berggaststätte Liebenbach in Spangenberg (Schwalm-Eder-Kreis) wurde vor 130 Jahren eröffnet. Ein Blick auf die Geschichte des Betriebs.

Das alte Wagenrad aus Holz ziert heute noch die Hauswand der Berggaststätte Liebenbach – es ist dasselbe, das auch schon vor knapp 130 Jahren dort hing.

Im Jahr 1888 eröffnete die Schänke. Auch die kleine, zig Jahre alte Kegelbahn befindet sich noch in der hinteren Schankstube. Spangenbergs älteste Schänke besitzt einen nostalgischen Charme.

Verändert hat sich am Gasthaus über die Jahre aber auch vieles, wie Thea Stang erzählt. Die 74-Jährige bewirtet seit genau 25 Jahren das Gasthaus. 1992 kaufte sie die Gaststätte von der damaligen Wirtin Tilla Schwarz. Zuvor war die Gaststätte ein Familienbetrieb. 

Tilla Schwarz hatte den Betrieb von ihrer Mutter übernommen. Seit der Eröffnung im Jahr 1888 habe kein einziger Mann die Berggaststätte bewirtet, stellt Thea Stang fest und sagt: „Eine reine Frauenkneipe halt.“

"Die Gäste mussten ihren Kaffee selbst mitbringen" 

Zu Beginn war das Gasthaus nur als Gartenwirtschaft bekannt. Doch damals besuchten schon berühmte Persönlichkeiten wie Prinz Philip von Hessen die Schänke. Der Service von damals war allerdings ein anderer, wie wir es heute gewöhnt sind, erzählt die 74-Jährige. „Die Gäste mussten ihren Kaffee selbst mitbringen. Der Wirt gab lediglich das heiße Wasser dazu.“ Dazu seien Berliner Pfannkuchen serviert worden. 

Darüber kann Thea Stang heute nur schmunzeln. Denn heute ist das Angebot vielfältiger: Gutbürgerliche Küche ist das Geheimnis der Traditionsgaststätte. „Thea ist bekannt für ihren erstklassigen Gänsebraten“, erzählt Ludger Schweigmann. Der 59-Jährige und seine Frau Barbara sind seit vielen Jahren Stammgäste im Gasthaus Am Liebenbach. Mittlerweile ist eine tiefe Freundschaft daraus entstanden. „Die gehören mir zu den liebsten Gästen“, erzählt Thea Stang.

Jedes Jahr zur Herbstzeit bekommt die Gastwirtin ein prachtvolles Gedeck mit Kürbissen, getrocknetem Mais und Kastanien zur Dekoration für das Gasthaus von Barbara Schweigmann geschenkt. „Darüber freue ich mich jedes Jahr aufs Neue“, sagt sie.

Schatz im Fotoarchiv der Spangenberger Berggaststätte: links die beliebte Sommerterrasse in den 1970er Jahren und rechts ein Blick in die Innenräume. 

Berggaststätte Liebenbach hat rund 50 Stammgäste

Diese kleinen Nettigkeiten sind aber nicht das Einzige, was die Wirtin an ihrem Alltag im Gasthaus erfreut. Die etwa 50 Stammgäste sind es, an denen ihr Herz hängt. „Mit dem Stammtisch, der jeden Freitagabend kommt, habe ich immer etwas zu lachen“, erzählt sie. Auch die Tafelrunde, die jeden Sonntag beim Frühschoppen dabei ist, sei wie eine kleine Familie für sie. Man kenne sich schließlich schon viele Jahre.

Über die Jahre habe die Wirtin nicht selten die Position eines Beichtvaters eingenommen. Kummer, Sorge, Leid, aber auch Glück und Freude seien in Spangenbergs ältester Gaststätte schon immer geteilt worden.

 • Jubiläumsfeier: Am Samstag findet zum Jubiläum eine Feier statt. Geöffnet ist ab 17 Uhr. Auf der Tageskarte steht Haxe mit Sauerkraut für 5,90 Euro und Leberkäse mit Kartoffelsalat für 4,50 Euro. 

• Öffnungszeiten: montags bis samstags ab 17 Uhr und sonntags ab 10 Uhr; dienstags ist Ruhetag.

Quelle: HNA

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