Abwärtstrend im Immobilienmarkt

Raiffeisenbank Borken zufrieden mit Geschäftsjahr

Präsentierte das Geschäftsjahr 2014: Vorstandsvorsitzender Wolfgang König zeigte sich in der Generalversammlung der Raiffeisenbank Borken zufrieden mit dem vergangenen Geschäftsjahr.

Borken. Wolfgang König bezeichnet das Jahr 2014 als „gutes Geschäftsjahr, allerdings auf niedrigem Niveau". Das berichtete der Vorstandsvorsitzende der Raiffeisenbank Borken den Mitgliedern.

Das Kreditinstitut hatte zur Generalversammlung in das Parkhotel Borken eingeladen. Die Raiffeisenbank Borken stelle sich weiterhin als leistungsfähige regionale Verbindung dar - und genau als solche wolle sie auch in der Öffentlichkeit wahrgenommen werden, sagte König.

Dennoch gebe es auch viele problematische Themen, mit denen sich die Bank auseinandersetzen müsse: Da sei beispielsweise der Bevölkerungsschwund, der im westlichen Schwalm-Eder-Kreis deutlich spürbarer sei als im restlichen Landkreis.

Schwacher Immobilienmarkt

Immerhin habe die Region allein im Jahr 2013 gegenüber dem Vorjahr 1050 Einwohner verloren. 2014 habe sich der Abwärtstrend verlangsamt, die Statistik weise 690 Menschen weniger auf. Dieser Einwohnerschwund mache sich auch auf dem Immobilienmarkt bemerkbar: Der stelle sich als reiner Käufermarkt dar, sagt König: Die Preise seien niedrig, die Käufer könnten wählen.

Nur wenige Kilometer weiter, beispielsweise in Fritzlar oder in Melsungen, sehe die Situation anders aus, dort seien Angebot und Nachfrage ausgewogener. Für die Bank stelle das eine schwierige Situation dar: „Der Markt muss mit Menschen wachsen - sonst ist es schwer, Wachstum zu generieren.“

Für die Kunden dagegen sei es in diesen Zeiten schwierig, Kapital aus ihrem Gesparten zu schlagen: „Die Kunden haben wenig Möglichkeiten, ihr Geld gewinnbringend anzulegen.“ Das niedrige Zinsniveau sei das größte Problem aller Regionalbanken, die eben nicht im großen Business- und Investmentgeschäft mitspielten und dort das Hauptgeschäft machten.

König macht keinen Hehl daraus, dass sich die Lage verschärfen könnte: Die Bank müsse jetzt gegensteuern, um auch künftig auf einem soliden Niveau zu agieren. Schon jetzt gelte es, das Geschäftsmodell zu überprüfen, andere, effektivere Strukturen zu schaffen und den Kostenapparat zu senken. „Wir werden liebgewonnene Dinge auf den Prüfstand stellen - ohne dabei aber unsere Finanzdienstleistungen einzuschränken“, sagt König.

Und vielleicht, fügt er hinzu, werde auch der Trend, dass so viele Menschen in die Ballungszentren abwandern, wieder kippen. Davon würde nicht nur die Raiffeisenbank Borken profitieren, sondern die ganze Region.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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