Neue Betreibermodelle nötig

Sparzwang erreicht Dorfgemeinschafthäuser

Schwalm-Eder. Sie sind eine liebgewonnene Errungenschaft, kaum ein Ort ohne: In den Dorfgemeinschaftshäusern (DGH) spielen sich landauf, landab Vereinsarbeit, private Feste und Versammlungen ab. Doch was das die Kommunen in barer Münze kostet, war lange ein Tabu.

Von „Unsummen“ spricht Hartmut Schad vom Steuerzahlerbund, und in den Rathäusern wird auch genau berechnet, wie teuer die DGHs sind. Beispiel: In Neukirchen-Rückershausen kamen zuletzt durch das DGH in einem Jahr 350 Euro in die Kasse, 12 700 Euro stehen auf der Ausgabenseite. Andere Gemeinschaftshäuser des Kneippheilbades schlagen mit über 18 000 Euro Jahreskosten und -verlust zu Buche, während die Einkünfte häufig Luftnummern sind, da Vereine von Nutzungsentgelten befreit sind.

Zugleich sinkt, wie in Schwalmstadt, mancherorts die Nachfrage. „Alles hat seine Zeit“, meint Schwalmstadts Bürgermeister Dr. Gerald Näser (CDU). Im Konsolidierungsbeirat der Stadt werde das Thema intensiv beraten. Der Verwaltungschef will, dass die Stadtverwaltung sich als Betreiber der DGHs zurückzieht, zum Beispiel Vereinsringe könnten diese Funktion ausfüllen. So hat der kleine Ort Dittershausen die Verantwortung für seine umgebaute Alte Schule übernommen, sorgt für alles von der Buchung über Reparaturen bis hin zum Straßefegen.

Eine Erfolgsstory ist und bleibt die Geschichte der Gemeinschaftshäuser in Edermünde, wo hessenweit das allererste in Haldorf entstand. Für Bürgermeister Karl-Heinz Färber (SPD) steht die volle Verfügbarkeit der Häuser - jeder der vier Orte hat eines - überhaupt nicht zur Diskussion. Die Benutzung ist für Vereine frei, solange keine Einnahmen erzielt werden. Fast jeden Abend finden laut Färber Übungsstunden statt, „ohne DGHs sähe es schlecht aus“. Allerdings schreibt man in Edermünde schwarze Zahlen, steht also nicht unter besonderem Sparzwang.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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