Die ev. Kirchengemeinde Gudensberg verkleinert ihr Raumangebot radikal

Zurück zur kleinen Kapelle

Gudensberg. Nicht ein großzügiges Gemeindezentrum wie seit 1974 gewohnt, sondern lediglich noch zwei Räume in der Hospitalskapelle werden voraussichtlich bereits ab September 2014 der Evangelischen Kirchengemeinde Gudensberg für ihre Arbeit zur Verfügung stehen.

Angesichts der drückenden Kosten entschied sich der Kirchenvorstand für eine radikale Lösung: Alle Immobilien, inklusive Pfarrhaus, sollen verkauft werden. Wenn die Landeskirche zustimmt, entsteht auf kircheneigenem Grundstück am Rande des neuen Baugebietes Richtung Maden ein neues Pfarrhaus.

Die bisherigen Dimensionen sind beeindruckend: Mehrere Gebäude mit einer Fläche von 1450 Quadratmetern auf Grundstücken von 6000 Quadratmetern stehen der Evangelischen Kirchengemeinde in Gudensberg zur Verfügung.

20 000 Euro Kosten

Allein das Gemeindezentrum mit Küsterhaus an der Fritzlarer Straße verschlingt im Jahr 20 000 Euro Unterhaltungskosten. Und sanierungsbedürftig sind alle Häuser, inklusive Pfarrhaus.

„Das können wir uns auf Dauer nicht leisten“, sagt Pfarrer Gunnar Hartmann. Seit einem Jahr bereits überlege man deshalb im Kirchenvorstand, welche Möglichkeiten es gibt, den Bestand zu verringern und gleichzeitig zu modernisieren, um Geld einzusparen. Schließlich muss die Gemeinde ab 2026 komplett alles selbst finanzieren.

Ein Nutzungsgrad von fünf Prozent fürs Gemeindezentrum: Das sei einfach nicht vertretbar, betont Hartmann. Dafür gebe es einen noch bis ins Jahr 2054 reichenden Pachtvertrag mit der Hospitalsstiftung für die Räume in Erdgeschoss und 1. Etage.

Diese Räume – 50 Quadratmeter unten, 86 Quadratmeter oben – reichten für die Gruppen der Gemeinde aus. Bisher wurden sie nur von den Bläsern der Original Chattengauer als Übungsräume genutzt. „Mit einem entsprechenden Belegplan können alle auch weiterhin die Räume nutzen, auch der Musikverein“, meint Hartmann. Allerdings müssten sie nach den Proben wieder freigemacht werden für andere. Vielleicht gebe es für die Musiker aber auch andere räumliche Möglichkeiten in der Stadt.

Büro in Wohnung

Für das Gemeindebüro und das Büro der Jugendarbeiterin soll eine leerstehende Wohnung im Spittel, direkt gegenüber der Kapelle, angemietet werden.

„Klar gibt es Abschiedsschmerzen, wenn man sich von solchen Einrichtungen trennen muss“, sagt der Pfarrer, „aber alle in den Gemeinden, nicht nur bei uns, werden umdenken müssen.“

Von Ulrike Lange-Michael

Quelle: HNA

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