Geschick und Geschwindigkeit waren beim Autoslalom des Homberger MSC gefragt

Vom Spaß am Gasgeben

Volle Fahrt: Autoslalom in der Ostpreußenkaserne in Homberg Foto: Schmitt

Homberg. Die besten Zeiten hat das Gelände der Ostpreußen-Kaserne in Homberg hinter sich. Straßen und Wege sind alles andere als in einem guten Zustand, und an den Gebäuden hat der Zahn der Zeit seine Spuren hinterlassen. Doch beim Autoslalom am Wochenende zog wieder Leben auf dem ehemaligen militärischen Areal ein: Wo einst Panzerketten rasselten, heulten Motoren und quietschten Reifen.

Doch der Bleifuß war beim Parcours durch die Pylonen nicht gefragt. Denn für jedes umgefahrene Hütchen gibt es Strafsekunden. „Und die sind bei einer Strecke von 1000 bis 1500 Meter nicht mehr wett zu machen“, sagt der Vorsitzende des Motorsportclub Homberg (MSC), Holger Bickel. Wohl auch deshalb, weil das Starterfeld sehr eng zusammen liegt. Beim Wettbewerb in Homberg galt das für alle vier Rennen, die am Wochenende in der Kaserne ausgetragen wurden.

Preisgünstiger Einstieg

Zum Auftakt ging es beim ADAC-Youngster-Cup um den Nachwuchs. Insgesamt 32 Teilnehmer zwischen 16 und 23 Jahren gingen ins Rennen gegen die Stoppuhr. Eingeteilt in zwei Gruppen gingen alle Nachwuchsfahrer mit dem gleichen vom ADAC Hessen-Thüringen zur Verfügung gestellten Auto auf den Rundkurs. „Die Jugendliche zahlen einmal im Jahr eine Gebühr und können an der Rennsaison teilnehmen“, beschreibt Bickel den „preisgünstigen Einstieg“ in den Automobil-Rennsport.

„Die fahren mit den Autos jeden Tag zur Arbeit.“

Holger Bickel über die Autos der Rennfahrer

Den haben die 35 Teilnehmer des Jedermann-Slaloms schon hinter sich gebracht. An dem Rennen kann laut Bickel jeder mitfahren, der eine Lizenz erworben hat. Unterschieden wird dabei nur zwischen Serienfahrzeugen und verbesserten Autos.

Wettkampfluft lag am Sonntag noch einmal über der Kaserne, als sich 45 Teilnehmer auf die eineinhalb Kilometer lange Strecke machten. Ausgefahren wurde der Wettbewerb nach dem Reglement des Deutschen Motorsportbundes. Auch in diesen Rennen, in denen Zeiten von etwas über einer Minuten gefahren wurden, starteten Autos, die im Straßenverkehr zugelassen sind – „die fahren mit dem Wagen jeden Tag zur Arbeit“ - und veränderten Autos. Zum Kampf um Punkte und Pokale waren Fahrer aus Hessen und den angrenzenden Bundesländern gekommen.

Insgesamt war der Chef des MSC Homberg mit dem Rennwochenende zufrieden. Über 20 Helfer wachten darüber, dass die Pylonen stehen blieben und 30 Frauen und Männer sorgten für den reibungslosen Ablauf des engen Zeitplans.

Wie lange der Wettkampf noch in der Ostpreußen-Kaserne ausgefahren werden kann, ist unklar. Noch ist das Gelände Eigentum der Bundesanstalt für Immobilienaufgabe (Bima), die mit der Konversion des ehemaligen militärischen Geländes beauftragt ist. Doch wie es mit dem Areal weiter geht, steht in den Sternen. „Hoffentlich können wir hier noch lange fahren, denn hier stören wir niemanden“, sagt MSC-Chef Bickel.

Von Rainer Schmitt

Quelle: HNA

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