Comedia-Duo Bodo Bach und Johannes Scherer in der Wolfhager Kulturhalle

Spaß ohne Vorglühen

Begeisterten im Duo: Johannes Scherer (links) und Bodo Bach sorgten für ausgelassene Stimmung in der Kulturhalle. Foto: Sommerlade

Wolfhagen. Wann Comedy von der ersten Minute an Spaß macht? Ganz klar. Wenn man die Show mit einer Zugabe beginnt. Das jedenfalls war die Überzeugung von Bodo Bach und Johannes Scherer. Und genau das taten „Die 2 Beiden“ denn auch in ihrem gleichnamigen Programm in der Wolfhager Kulturhalle. Die 200 Gäste ließen sich auch gleich auf das ungewöhnliche Spiel ein und forderten gleich zum Auftakt lautstark eine Zugabe. „Und schon is Stimmung in de Bud“, freute sich Bach über den gelungenen Coup.

Die ausgelassene Stimmung hielt aber nicht nur während des anschließenden linguistischen Exkurses von Scherer an. Der ffh-Radiomoderator analysierte einzelne Dialekte humorvoll, indem er etwa über die Rolle des vorderen linken Nasenlochs referierte, die Aschaffenburger als die „Nordhessen von Bayern“ präsentierte oder die hohe Kunst aller Dillenburger Bürger anpries: „Die schaffen es, in jedem Wort ein „R“ zu platzieren. Selbst, wenn keines hinein gehört. So wie bei der Barnarne.“

Während der gesamten Veranstaltung kam das Publikum aus dem Lachen kaum heraus. Damit widerlegte das Wolfhager Publikum übrigens auch eindrucksvoll das weit verbreitete Vorurteil, die Nordhessen kämen nur sehr langsam in Stimmung. „Die Nordhessen sind wie ein Dieselmotor, die müssen erst ein wenig vorglühen“, witzelte das Duo.

Das Publikum bewies jedoch das Gegenteil, zeigte sich begeisterungsfähig, beifallsfreudig und kreativ. Mit den zu Beginn der Veranstaltung abgegebenen Vorschlägen für ein Live-Telefonat von Bodo Bach trugen die Besucher nicht unerheblich zum Erfolg der Veranstaltung bei. Vielversprechend klang beispielsweise die Anregung eines Gastes, seine Mutter vor dem geplanten Besuch des Weihnachtsmarktes anzurufen und diesen von Bach absagen zu lassen. Bedauerlicherweise kam das Telefonat nicht zustande.

Telefonschreck

Erfolgreicher lief es bei der zweiten Live-Schaltung. Ein Gast aus Baunatal verriet Bodo Bach die geplante Geburtsfeier seiner Schwester. Für das Geburtstagskind in spe kam es dann knüppeldick: Der Comedian wurde seinem Ruf als Telefonschreck einmal mehr gerecht. Er kündigte an, dass die Feier aus Platzgründen gemeinsam mit einer Urnenbeisetzung stattfinden müsse und löste damit wahre Lachkrämpfe im Publikum aus. Ähnlich unterhaltsam ging es bei Scherers Schilderungen zum in früher Jugend erlittenen Heinz-Schenk-Trauma, den wortwitzigen Ausführungen zu nervigen Radiowerbungen oder seinen gelungenen Stimm-Imitationen zu. Kein Wunder, dass am Ende niemand mehr zu Zugabe-Rufen aufgefordert werden musste. Das erledigte das Publikum von ganz allein.

Von Martina Sommerlade

Quelle: HNA

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