Spaß wird teurer: Badegäste werden in Melsungen stärker zur Kasse gebeten

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Eine Attraktion für Melsungen: Das Waldschwimmbad mit seiner Riesenrutsche zieht jährlich bis zu 60 000 Besucher an. Für die kommende Saison sind die Eintrittspreise angehoben worden.

Melsungen. Die Temperaturen der vergangenen Wochen gaben einen Vorgeschmack auf die Freibadsaison. Im Melsunger Waldschwimmbad beginnt der Spaß am Montag, 2. Mai. Getrübt wird das Vergnügen durch deutlich gestiegene Eintrittspreise, die bereits zu öffentlicher Kritik geführt haben.

Insbesondere die Erhöhung der Tarife für Familien ist auf Unverständnis gestoßen. Zwei Erwachsene (Ehepaar) zahlen demnach künftig 100 Euro statt bisher 50 Euro. Der Preis für eine Familie mit zwei und mehr Kindern (über sechs Jahre) ist auf bis zu 120 Euro gestiegen. Bisher lag der Höchstbetrag bei 60 Euro. Und auch Alleinerziehende zahlen künftig nicht mehr 33 Euro sondern 50 Euro sowie pro Kind (über sechs Jahre) weitere zehn Euro statt bisher fünf Euro.

Bereits im August vergangenen Jahres hatten die Melsunger Stadtverordneten die neuen Tarife einstimmig beschlossen. Das Parlament hatte sich bereits damals mit den Freibad-Preisen beschäftigt, weil auch die Konditionen für das Hallenbad neu festgelegt worden waren.

Erstmals seit zehn Jahren seien die Preise für das Waldschwimmbad wieder angehoben worden, argumentiert Bürgermeister Dieter Runzheimer. Hintergrund für die Preiserhöhung seien die deutlich gestiegenen Betriebskosten. Für das Freibad gebe die Stadt jährlich etwa 500 000 Euro aus. Demgegenüber stünden als Einnahmen das Eintrittsgeld von 85 000 Euro.

60 000 Besucher wurden zuletzt gezählt. Pro Badegast sei also ein Zuschuss von 6,90 Euro gezahlt worden, erklärte der Bürgermeister. Nach der Erhöhung der Tarife erwarte die Stadt ein Defizit von 400 000 Euro, so dass der städtische Zuschuss bei gleichbleibender Besucherzahl 6,60 Euro pro Gast betragen werde.

Runzheimer macht noch eine andere Rechnung auf: Würde nur ein Familienmitglied an allen Tagen der Saison (140) das Freibad besuchen, würde der Eintritt pro Tag 85 Cent kosten. Die Familiensaisonkarte ermögliche aber allen Familienmitgliedern gemeinsam oder auch zu unterschiedlichen Zeiten den Eintritt.

Die Einnahmen aus dem Schwimmbad-Eintritt dienten nicht dazu, die städtische Kasse zu füllen, sondern sie helfen mit, öffentliche Bäder dauerhaft für die Allgemeinheit bereit zu halten.

Quelle: HNA

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