Historische Bahnbrücke bleibt für Autos gesperrt – keine Perspektive für baldigen Neubau

Spazierweg aus Stahl

Seit Sommer für Fahrzeuge gesperrt: Spaziergänger Georg-Heinz Sandrock passiert mit seinen Hunden die historische Brücke über die stillgelegte Kanonenbahnstrecke Treysa-Eschwege am Malsfelder Ortseingang. Foto:  Bläsing

Malsfeld. Wegen Baufälligkeit ist die historische Stahlbrücke über die Kanonenbahntrasse am Malsfelder Ortseingang von Elfershausen her schon seit Sommer für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Die Gemeinde möchte sie am liebsten abreißen lassen und durch einen Neubau ersetzen, nachdem die Denkmalpflege dafür grünes Licht gegeben hat. Doch das scheitert einstweilen an Geldmangel und an den Forderungen der Bahn.

Die Verkehrslage am Ortsrand im Bereich Strauchgraben rief in der jüngsten Gemeindevertretersitzung Unmut aus dem Kreis der Oppositionsfraktionen hervor. Bodo Schacht (CDU) klagte über den „hässlichsten Ortseingang im Landkreis“ und mahnte ein Verkehrskonzept an: Der Gemeindevorstand müsse „Mittel und Wege finden, um eine ungehinderte Einfahrt in den Ort sicherzustellen“.

Auch Lothar Kothe von der GL forderte, Druck auf die Bahn zu machen, damit die Gemeindepolitik rund um die nun gesperrte Brücke neue Planungsoptionen habe. Bürgermeister Herbert Vaupel wies die Kritik zurück. Es werde der Eindruck erweckt, „man müsse da nur anrufen oder einen Brief schreiben“. Dabei sei sich das Parlament einig gewesen, die „utopischen“ Verhandlungsforderungen der Bahn AG abzulehnen. Vaupel: „Da hilft uns auch kein Verkehrskonzept.“

Hintergrund: Die Bahn will der Gemeinde die Kanonenbahntrasse im Ortsgebiet nur komplett verkaufen – mit der Auflage, dass Malsfeld dann auch für die Bauunterhaltung sämtlicher Brückenbauwerke zuständig wäre. Daran scheitert bislang die Idee, unterhalb der bisherigen Brücke einen Damm aufzuschütten und darüber eine ganz neue Straße in den Ort zu bauen.

So verfolgt die Gemeinde statt dessen den Gedanken, die historische Stahlbrücke abzureißen und durch einen Neubau an selber Stelle zu ersetzen. Dies würde – ohne die Abrisskosten – etwa eine halbe Million Euro kosten. Mit Fördergeld von der Straßenbaubehörde sei aber bis auf weiteres nicht zu rechnen, hieß es in der Sitzung.

Auch eine Sanierung der kulturell bedeutsamen Stahlbrücke rechnet sich nicht: Das Landesamt für Denkmalpflege hat mitgeteilt, dass es dafür kein Fördergeld gäbe. Im Sommer war die Denkmalbehörde von ihrer zuvor vertretenen Position abgerückt, die Brücke müsse als Industriedenkmal geschützt werden. (asz)

Quelle: HNA

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