SPD-Fraktion fordert Tempo-Limit für Hohlen Graben in Fritzlar

Viel Verkehr: Autos fahren vom Schladenweg nach rechts in den Hohlen Graben. Die Straße habe sich in den vergangenen Jahren durch Wohnhaus-Bebauung verändert, so die SPD. 2 Fotos: Archiv

Fritzlar. Unabdingbar. Mit diesem Wort macht die Fritzlarer SPD-Fraktion deutlich, wie wichtig sie eine Geschwindigkeitsreduzierung für die Straße Hohler Graben einschätzt. „

Es besteht dringender Handlungsbedarf“, sagt Fraktionsvorsitzender Martin Hannappel im HNA-Gespräch. Daher fordert die SPD die Stadtverordnetenversammlung auf, sich für eine punktuelle Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern in der Straße auszusprechen.

Damit stellt sich die SPD hinter 66 Anwohner, die mit einer Unterschriftenaktion die Geschwindigkeitsreduzierung gefordert hatten. Bürgermeister Hartmut Spogat hatte sich unter anderem nach einer Verkehrsschau dagegen ausgesprochen (wir berichteten).

Der Charakter der Straße habe sich stark verändert, betont Hannappel. Grund dafür sei, dass mehrere Häuser gebaut wurden und die Straße ausgebaut wurde. „Der Hohle Graben ist eine mittlere bis stark befahrene Straße, die der Zubringer zu gleich drei Schulen ist. Der Kaiser-Heinrich-Schule, der Anne-Frank-Schule und der Reichspräsident Friedrich-Ebert-Schule“, erklärt Hannappel. Außerdem werde die Straße als Durchgangsstraße stark genutzt, das führe zudem zu Lärmbelästigungen für die Anwohner. Man müsse die Gesundheit der dort lebenden Familien, der Fußgänger und Radfahrer schützen, daher müsse der Fuß vom Gas. „Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern ist unabdingbar“, so Hannappel. Die SPD habe sich die Situation in der Straße angesehen.

Da nach einer Auskunft von Hessen Mobil die punktuelle Reduzierung nicht dazu führe, dass man Fördergeld für den Straßenausbau zurückzahlen müsse, sei diese Sorge unbegründet.

Das Tempolimit sollte von Haus Nummer 13 bis zur Einmündung des Heinrich-von-Meißen-Weges in den Hohlen Graben gelten. „Die Autofahrer sind dort nicht mit 50, sondern mit 70 Stundenkilometern unterwegs. Vielleicht sind sie bei einer Reduzierung auf 30, dann mit Tempo 50 unterwegs“, hofft Hannappel. Bislang habe man großes Glück gehabt, dass noch kein schwerer Unfall passiert sei.

Der Antrag der SPD geht noch weiter: Behindertengerechte Durchlaufsperren sollten zu Sicherheit am Ende des Fußweges der den Oberen Schulweg und den Hohlen Graben verbinden, angebracht werden.

MartinHannappel

Zudem soll der Magistrat beauftragt werden, beim Landkreis/NVV dafür zu sogen, dass sich künftig keine Schulbusse mehr im Hohlen Graben entgegen kommen. Auch das sorge für gefährliche Situationen, bei der die Fahrer schon mal auf den Bürgersteig ausweichen würden, hatten Anwohner geschildert.

• Über den Antrag der SPD soll in der nächsten öffentlichen Sitzung der Stadtverordneten, am Donnerstag, 26. Februar, 20 Uhr, Sitzungssaal des Rathauses, entschieden werden.

„Freuen uns über Unterstützung“

„Das ist super. Wir freuen uns, dass die SPD sich mit unserer Situation beschäftigt hat und die Notwendigkeit einer Geschwindigkeitsreduzierung sieht“, sagt Dr. Christoph Pohl, Sprecher von 66 Anliegern des Hohlen Grabens. Es müsse allen Stadtverordneten bewusst sein, dass es bei der Entscheidung nicht darum gehe, politische Interessen durchzusetzen. „Es geht um die Sicherheit“, sagt Pohl. Letztlich sei es dann auch zweitrangig, ob ein Schulweg direkt oder indirekt in die Straße münde: „Wird ein Kind überfahren, dann ist das doch egal“, so Pohl. Die Anwohner seien nach wie vor für sachliche Argumente zugänglich, doch hätten sie das Gefühl, dass man von Beginn an gegen ihre Forderung sei. „Statt uns zu helfen, wird ein Bollwerk gegen uns aufgebaut, und die Diskussion ist mittlerweile unsachlich“, sagt Pohl auch mit Blick auf Leserbriefe, die in unserer Zeitung erschienen sind. Dabei müsste doch jeder gewählte Vertreter im Sinne von Fritzlar entscheiden und nicht nach Parteizugehörigkeit. Letztlich gehe es um 500 Meter Straße. Die Anwohner wollten jedenfalls nicht aufgeben und weiter für die Geschwindigkeitsreduzierung kämpfen. Deutlich machen wollen sie das mit einer Demonstration im Hohlen Graben am Samstag, 28. März. „Wir haben extra den Samstag ausgewählt, weil wir den Verkehr nicht an einem Werktag lahmlegen wollen. Wir wollen niemandem schaden, nur deutlich machen, wie wichtig das Thema ist.“

Quelle: HNA

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