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SPD-Fraktion zu strittigem Werk: „Blanke Nazi-Ästhetik“

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documenta fifteen - Antisemitismus-Vorwürfe
Blick auf die verhüllte Figurendarstellung People’s Justice (2002) des Kollektivs Taring Padi. © Swen Pförtner/dpa/Archivbild

In der Debatte um eine umstrittene Installation auf der documenta in Kassel hat die SPD im Bundestag die Leitung der Kunstschau zu einer „konstruktiven Aufarbeitung“ aufgefordert. „Mit den dargestellten Figuren, die an antisemitische "Stürmer"-Karikaturen erinnern lassen, hat das Banner des Künstlerkollektiv "Taring Padi" die rote Linie weit überschritten“, sagte der medien- und kulturpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Helge Lindh, am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Berlin - Das Werk namens „People's Justice“ des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Padi hatte für eine Welle der Empörung gesorgt. Viele sehen antisemitische Motive. Kassels Oberbürgermeister Christian Geselle (SPD) teilte daraufhin am Dienstag mit, dass die Installation noch an demselben Tag abgebaut werden solle.

Lindh sagte, die rote Linie sei dort zu ziehen, wo sich Antisemitismus im Mantel der Kunstfreiheit generiere. „Kunstfreiheit beinhaltet keinen Freibrief auf antisemitische Bildsprache“, sagte er. „Blanke Nazi-Ästhetik in Form antisemitischer Karikaturen auf der größten Schau zeitgenössischer Kunst dürfen wir in Deutschland nicht aushalten.“ Irritiert zeigte sich Lindh auch von einer „Nicht-Einladung jüdischer Künstlerinnen und Künstler“, wie er sagte.

Die umstrittene Installation zeigt unter anderem einen Soldaten mit Schweinsgesicht. Er trägt ein Halstuch mit einem Davidstern und einen Helm mit der Aufschrift „Mossad“ - die Bezeichnung des israelischen Auslandsgeheimdienstes. dpa

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