SPD profitiert in der Schwalm vom Schulz-Effekt

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SPD-Kandidat Martin Schulz sorgt für neue Parteibeitritte.

Schwalm-Eder. Mit dem neuen SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz verzeichnet die Partei neue Beitritte. Auch im Schwalm-Eder-Kreis macht sich dieser Effekt bemerkbar.

Als „wahnsinnige Bewegung“ beschreibt Dr. Edgar Franke, Vorsitzender des SPD-Unterbezirks Schwalm-Eder, die Eintritte seit Januar dieses Jahres. 48 Menschen sind laut Franke der Partei beigetreten. Das Besondere: 26 haben das online getan. „Das ist absolut ungewöhnlich. Im ländlichen Raum gehen die Menschen einfach zu ihrem Ortsverein“, sagt er.

Martin Schulz beschert der SPD einen Umfrageaufschwung, die Genossen freuen sich über Tausende Partei-Eintritte. Auch im Schwalm-Eder-Kreis zeichnet sich der Trend ab. Die CDU hinkt bei den Mitgliederzahlen hinterher.

Der SPD-Unterbezirk schrumpfte im vergangenen Jahr um 138 Mitglieder, teilte Franke mit. Fast die Hälfte der Abgänge seien Todesfälle. „Das große Problem ist, dass die meisten zu Zeiten Willy Brandts eingetreten sind“, erklärt er. Aktuell haben noch 4001 Menschen im Kreis ein SPD-Parteibuch. Sicher sei, dass sich der Schulz-Effekt auf den Wahlkampf auswirke. „Ich freue mich darauf. Die letzten Wahlkämpfe waren unpolitisch – dieser wird jetzt endlich wieder politisch.“

Der CDU kehrten im Kreis im vergangenen Jahr 20 Mitglieder den Rücken. „Aber wir hatten mehr Austritte als Eintritte“, bilanziert Kreisgeschäftsführer Michael Schär. 28 Menschen traten 2016 in die Partei ein.

Die Austritte erklärt Schär so: „Unter anderem sinkt die Bereitschaft, sich politisch zu engagieren. Durch die Flüchtlingsproblematik hat sich der Trend verstärkt.“ Bei Austritten frage man Gründe ab: „Und wir suchen das Gespräch. Unser Ziel ist es jetzt, verstärkt Neumitglieder zu werben“, sagt Schär. In 2015 sei der Saldo vor dem Hintergrund der Kommunalwahl besser gewesen. Hoffnung mache die Junge Union mit 300 Mitgliedern. „Der Übergang in die CDU ist kein Automatismus. Da müssen wir dran bleiben.“ 

Quelle: HNA

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