Spende von Hotellier sichert Neujahrsempfang in Bad Emstal

Stefan Frankfurth

Bad Emstal. Auf einen Neujahrsempfang ihrer Gemeinde mussten die Bad Emstaler in den vergangenen Jahren verzichten.

Weil der Kommune finanziell gesehen das Wasser bis zum Hals steht, war der gesellige Plausch dem Rotstift zum Opfer gefallen. In diesem Jahr wird es wieder einen Empfang geben. Am Freitag, 29. Januar, wird er um 19 Uhr im Kur- und Festsaal des Thermalbades in Sand beginnen.

Dass es trotz der nach wie vor angespannten Haushaltslage einen Neujahrsempfang gibt, haben die Bad Emstaler dem Parkhotel Emstaler Höhe zu verdanken. Das spendet Essen und Getränke. „Jeder Gast erhält ein Freigetränk“, sagt Stefan Frankfurth, Inhaber des Hotels. Alles halte sich im kleinen Rahmen: Es gäbe einfache Speisen, Gerichte mit Matjes, Schmalzenbrot und eine vegetarische Alternative.

Einen Interessenskonflikt zwischen seinem Sponsoring und seinem politischen Amt als SPD-Mitglied im Gemeindevorstand sieht er nicht. Auch nicht so kurz vor der Kommunalwahl. „Ich habe ja keinen Bauantrag laufen“, sagt er. Der Neujahrsempfang sei eine gute Sache. Die Leute kämen zusammen, würden sich in ungezwungener Atmosphäre über Dinge in Bad Emstal unterhalten, die von kleinerer oder größerer Relevanz seien. In der Vergangenheit sei so schon manches Problem gelöst worden. „Ich mache also was Gutes für die Gemeinde, wenn ich helfe, dass die Leute zusammenkommen.“ Neben Frankfurth unterstützen die Hütt-Brauerei und das Blumenhaus Kimm den Empfang. Der Kur- und Gewerbeverein, der sich sonst ebenfalls beteiligt hat, ist diesmal nicht dabei.

Der Vorsitzende der Gemeindevertretung, Wilfried Wehnes (SPD), teilt die Meinung des Hoteliers. „Warum sollen sich Kommunalpolitiker nicht einbringen? Wer, wenn nicht sie?“ Das Parlament habe seinerzeit einen Beschluss gefasst, wonach trotz knapper Kasse ein Neujahrsempfang stattfinden könne, wenn sich dieser überwiegend aus Spenden finanzieren lasse. „Ich stehe voll und ganz hinter der Veranstaltung“, sagt Wehnes. Jeder, der möchte, könne am 29. Januar in den Kur- und Festsaal kommen. Es werde ein Programm geben, kurze Reden und Zeit für Gespräche.

Bürgermeister Ralf Pfeiffer (parteilos) lädt neben Wilfried Wehnes zum Neujahrsempfang ein. Pfeiffer würde einen Austausch aller Kommunen im Wolfhager Land lieber sehen. Sicherlich würden dann die Interessen einer einzelnen Stadt oder Gemeinde etwas an den Rand geschoben. Dafür aber wäre der Rahmen ein größerer. Das von den Gegnern ins Feld geführte Argument, potentielle Besucher würden von der längeren Anfahrt zum Veranstaltungsort abgeschreckt, lässt Pfeiffer nicht gelten. „Zum jährlichen Kreisseniorentreffen auf dem Sensenstein machen sich sogar die Rentner auf den Weg.“

Neben Bad Emstal bieten Wolfhagen und Zierenberg einen Empfang an. Breuna, Habichtswald und Naumburg verzichten darauf. Archivfotos: nh

Quelle: HNA

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