TÜV stellt Mängel fest: EWF sperrt Ederaue-Schleuse

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Die Zaunpfosten stehen schon: Der jahrzehntelang genutzte Übergang über den Mühlengraben in Richtung Geismarer Wiesen (im Hintergrund der Eckerich) beim Fritzlarer Ederwehr wird aus Sicherheitsgründen abgesperrt. Spaziergänger müssen jetzt einen Umweg laufen, um den Wasserlauf überqueren zu können.

Fritzlar. Seit vielen Jahren nutzt Monika Solewski den schmalen Betonweg über die Schleuse kurz hinter dem Ederwehr in der Fritzlarer Ederaue. Der Übergang ist dort die einzige Verbindung vom Naherholungsgebiet Ederaue auf die andere Seite des Mühlengrabens in Richtung Geismar.

Erstaunt beobachtete sie deshalb Anfang der Woche Bauarbeiter, die Zaunpfosten rund um die Zugänge zur Schleuse aufstellten. „Die Brücke wird abgesperrt“, lautete die Auskunft. Demnächst müsse sie sich wohl einen anderen Weg suchen.

Verärgert erkundigte sie sich und stellte fest: Es stimmt. Der Schleusenübergang wird von dem Energieunternehmen Elektrizität Waldeck-Frankenberg (EWF), das die Wassekraftanlagen am Mühlengraben betreibt, erst einmal mit einem Zaun abgesperrt.

„Nur noch betriebseigenes Personal darf den Übergang betreten“, lautet die Auskunft von Heike Bayerköhler, Pressesprecherin der EWF. Das Unternehmen sei gezwungen zu handeln, erläuterte die Sprecherin, denn die Sicherheit der Passanten sei nicht gewährleistet.

Vom TÜV Nord hatte die EWF die Betriebsanlagen in Fritzlar auf ihre Sicherheit hin überprüfen lassen. Dabei wurden bei der alten Schleuse am Mühlengraben in Höhe Ederwehr „erhebliche Mängel“ festgestellt, eine „wesentliche Gefährdung der Passanten“ sei gegeben, so der TÜV-Bericht.

Es handele sich bei der Schleuse um eine automatisch arbeitenden Anlage, deren bewegliche Teile zugänglich und besonders für Kinder gefährlich sein könnten. Nur geschultes Personal dürfe den Übergang benutzen.

Um auf der sicheren Seite zu sein, errichtet die EWF jetzt auf beiden Seiten einen 1,80 Meter hohen Absperrzaun. „Die nächste Brücke über den Mühlengraben ist etwa 500 Meter entfernt“, sagt Sprecherin Bayerköhler. Die müsse dann genutzt werden.

Der EWF sei leider zunächst gezwungen, den Übergang abzusperren, auch wenn er wisse, dass bislang noch nie etwas passiert sei. Das bestätigte auch EWF-Geschäftsführer Stefan Schaller. Die TÜV-Erkenntnisse ließen keine andere Reaktion zu, da das Unternehmen nunmehr informiert sei über die möglichen Gefahren. Verletze sich jetzt jemand, könne das Unternehmen haftbar gemacht werden.

Gibt es keine Alternative zur Absperrung? Das hatte sich auch Monika Solewski gefragt. Die Techniker sähen keine Möglichkeit, den Übergang so umzubauen oder zu sichern, dass er weiterhin für jedermann nutzbar sei, hieß es zunächst.

Erneute Prüfung

Wie Geschäftsführer Schaller gestern hinzufügte, soll jedoch erneut geprüft werden, ob man den Schleusenübergang nicht doch verkehrssicher gestalten könne. „Und wir wollen ernsthaft ermitteln, welche Kosten dadurch entstehen würden“, sagte Schaller. Seien sie überschaubar, dann werde die EWF dafür sorgen, dass die Brücke wieder geöffnet werde. Sie sei vielen Fritzlarern offenbar wichtig.

Auch Fritzlars Bürgermeister Karl-Wilhelm Lange würde es begrüßen, wenn die EWF einen Weg fände, den vielfach genutzten Übergang wieder passierbar zu machen.

Quelle: HNA

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