Der Perfusor von B. Braun arbeitet seit 60 Jahren auf das Tröpfchen genau

So fing alles an: Klaus Angersbach zeigt die erste Spritzenpumpe von B. Braun. Im Hintergrund eine ganze Batterie der aktuellen Space-Generation. Foto:  Lammel

Melsungen. In weltweit 60 Ländern sind sie im Einsatz: Die Spritzenpumpen zur automatisierten Verabreichung von Infusionen von B. Braun sind nicht mehr aus dem Klinikbetrieb wegzudenken. Dabei wurde das Urmodell 1951 für den Laborbedarf entwickelt – nicht für die Behandlung von Patienten.

Den Anfang machte die „Dauerinfusions-Spritze nach Dr. Hess“ – eine 1951 bei B. Braun entwickelte Spritzenpumpe. Damit war es erstmals möglich, durch eingesetzte Glasspritzen gleichmäßig einen Milliliter pro Minute abzugeben, um in Laboren exakte Mischungen herzustellen. Zu diesem Zeitpunkt wurden Patienten vorwiegend mit Schwerkraft-Infusionen, also oberhalb des Patienten aufgehängten Infusionslösungsbehältern, versorgt.

Namensgeber von 1964

1959 kam das Modell Unita auf den Markt – die Dosierung konnte nun zwischen 0,075 und 5 Milliliter pro Minute variiert werden. Fünf Jahre später folgte der Perfusor, der Namensgeber für die aktuellen Modelle. Am Perfusor konnte erstmals die Restlaufzeit der Spritzenpumpe abgelesen werden.

Zeitreise: 1964 kam der Perfusor (links) auf den Markt, der bis heute namensgebend ist. 1982 folgte der Perfusor Secura (mittleres Bild). Seit 2004 bietet B. Braun die Space-Serie an (rechts). Fotos:  privat

Ein weiterer Meilenstein folgte 1982 mit dem Perfusor Secura: Das Gerät wurde mit zwei getrennten Prozessoren ausgestattet. Einer führte die gewählte Funktion aus, der andere prüft die Arbeit des Gegenstücks. „Dann schließlich wurde der Bann der Metallgehäuse gebrochen“, blickt Klaus Angersbach, Marketing-Leiter für Medikamentenmischung und Anwendungssysteme zurück. Der Perfusor Secura FT wurde erstmals mit Plastikgehäuse und übersichtlichen Zifferntasten ausgeliefert.

„Damals wurden etwa 8000 Pumpen im Jahr hergestellt“, schildet Angersbach, „heute sind es jährlich knapp 120 000 Pumpen.“ Die werden auch im neuen B. Braun-Werk gegenüber der Firmenverwaltung gefertigt.

Längst hat sich ein ganzes Marktsegment aus der Infusionstechnik entwickelt. B. Braun beliefert Kunden mit Komplettsystemen von der Pumpe über den Schlauch bis zur Kanüle.

Seit 2004 bietet B. Braun die Space-Generation an. Seit 2011 besteht damit die Möglichkeit, über eine Online-Anbindung die Space-Pumpen in der Klinik zentral zu steuern und zu überwachen.

Von Sebastian Lammel

Quelle: HNA

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