Aktion Wunschzettel: Sieben Spielerinnen jubeln jede zweite Woche den Würfeln zu

La Ola um das Spielbrett

Das Leben spielt in der Culturinitiative: Inge Hübner, Hilde Obermayer, Gudrun Kruhm, Marie-Luise Sonnenschein (von links) und drei andere begeisterte Spielerinnen treffen sich dort jeden zweiten Donnerstag und spielen, was das Spielbrett hält. Foto: Schleichert

Melsungen. Die Frauen werfen ihre Arme in die Höhe. Eine La Ola-Welle schwappt im Uhrzeigersinn um den Tisch. Nein, Klose hat kein Tor geschossen. Hilde Obermayer hat eine Sechs gewürfelt.

Die Geschichte der Spielergruppe, die jeden zweiten Donnerstag um einen Tisch in den Räumen der Melsunger Culturinitiative Würfel mit den Worten „eine Sechs, eine Sechs“ beschwört, begann vor Weihnachten.

Hilde Obermayer schnitt sich einen HNA-Wunschzettel aus der Zeitung aus und schrieb: „Ich wünsche mir Partner zum Gesellschaftsspielen im Winter und zum Fahrradfahren im Sommer.“ Der Wunsch nach Radfahrern als Begleitung ist nicht in der Erfüllung gegangen. „Das begeistert nicht so“, sagt die 68-jährige Obermayer.

Sieben sind der harte Kern

Brettspiele begeistern. So sehr, dass sich 24 Menschen auf den Aufruf in der Zeitung meldeten. Hilde Obermayer lächelt zufrieden. Sieben von achtzehn sind dem Termin zum Brettspielen, „nur Brettspielen, nicht tratschen“, treu geblieben. „Meine Mädels“, nennt sie Obermayer, als kenne sie ihre Tischnachbarinnen schon seit Jahren.

„Lieber spiele ich mit anderen als zuhause auf der Couch zu sitzen. Das ist doch viel lebendiger.“

Heute liegen vier Kniffel-Blöcke für vier Spielerinnen auf dem Tisch – und eine Postkarte mit Leuchtturm. „Grüße vom Darß“, sagt Obermayer. Eine Spielerin sei „verhindert“, sie mache leider Urlaub an der Ostsee, habe aber an die Daheimgebliebenen gedacht und ihnen geschrieben. Ein Urlaub oder die Familienfeier sind ein Fehlgrund, den die Gruppe akzeptiert. „Ein guter Film im Fernsehen ist für mich kein Grund“, sagt Obermayer. Heute laufe ein spannender Krimi im Fernsehen, doch die Gründerin der Spielegruppe ist trotzdem zum Treffpunkt gekommen, mit einem Korb voller Spiele im Gepäck. Dort, auf den Bastkörben in der Culturinitiative, sei es doch viel lebendiger als zuhause auf der Couch.

Nur Augen für das Spiel

Obermayers „Mädels“, alle über 60 Jahre alt, sitzen manchmal bis in die Nacht in dem Schaufenster in der Burgstraße. Ihre Augenpaare folgen dann nur Würfeln oder den Spielfiguren. Sie haben dann nur Augen für die Brettspiele. Nicht für den Krimi im Fernsehen, nicht für Tratsch in der Frauenzeitschrift. „Wir spielen nur.“

Kontakt: „Natürlich sind wir offen für weitere Spieler und Spielerinnen“, sagt Hilde Obermayer. Die Spielergruppe trifft sich am Donnerstag, 23. Juni, und am Donnerstag, 7. Juli, ab 19 Uhr in den Räumen der Culturinitiative, Burgstraße 23 in Melsungen. Wer dauerhaft mitspielen wolle, ist laut Obermayer willkommen.

Quelle: HNA

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