Stadtverordnete wollen heute über Einrichtung eines Waldkindergartens beraten

Zum Spielen in den Wald

Der Natur ganz nah: Im Waldkindergarten spielen Kinder mit Holz, Blättern und sonst eben mit allem, was der Wald zu bieten hat. Foto: dpa

Homberg. Die Natur ist das schönste Spielzeug: Ein Handy aus Birkenrinde statt aus Plastik sei da nur ein Beispiel, sagt Angelika Dorn aus Frielendorf. Ihre Tochter Felizia ist seit drei Jahren in einem Waldkindergarten. Und nicht nur die Fünfjährige, auch ihre Eltern sind davon begeistert. So wie Familie Dorn könnte es bald auch Eltern und Kindern aus Homberg gehen, denn die Stadtverordneten wollen in ihrer heutigen Sitzung über die Einrichtung eines Waldkindergartens beraten.

Der mögliche Standort ist im Wald bei Wernswig, nahe dem Waldhof. Der Privatwaldbesitzer und der Jagdbesitzer haben bereits zugestimmt. Jetzt liegt es an den Homberger Stadtverordneten, ob das Angebot für Kinder um eine Einrichtung erweitert wird. Ein teurer, großer Neubau werde dafür jedenfalls nicht notwendig. Meist halten sich die Kinder anderer Waldkindergärten draußen auf, bei schlechtem Wetter finden sie in einem Bauwagen Unterschlupf.

Schon elf Anmeldungen

„Wir haben unseren Sohn Max für dieses mögliche Angebot bereits verbindlich angemeldet“, sagt Markus Hedderich aus Wernswig. Vor allem, dass die Kinder mit der Natur in Kontakt kommen und für sie sensibilisiert werden, habe ihn und seine Frau Martina überzeugt. „Während der Schulzeit haben die Kinder heute kaum Zeit dafür“, sagt er. Ein Waldkindergarten fehle im Angebot der Stadt Homberg, findet Hedderich und sieht die Stadt in der Pflicht.

Das sehen auch viele Erzieherinnen aus Homberg so. Waldkindergärten bieten ein sehr gut ausgearbeitetes pädagogisches Konzept und werden von Homberger Erzieherinnen als wertvoll angesehen. Außerdem sei er eine Bereicherung für das bereits vielfältige Betreuungsangebot in Homberg. Es fehle eigentlich nur noch ein Waldkindergarten.

Das finden auch weitere Eltern aus Homberg. Zu ihnen zählt auch Sebastian Schackert. Er würde seine Tochter Benja sofort in den Waldkindergarten geben. „Weil sie dort viel mehr lernt, und zudem sind die Kinder gesundheitlich robuster wird“, sagt Schackert. Zugesagt hat ihm auch eine Informationsveranstaltung der Stadt zum Thema. „Das ist eine tolle Idee und uns wurde zugesagt, dass der Waldkindergarten kein Notnagel ist“, sagt er.

Elf Anmeldungen für den Waldkindergarten liegen bei der Stadt bereits vor, so ein Mitarbeiter der Stadt. Und das, ohne dass man groß die Werbetrommel gerührt habe. „Es ist ja noch nichts entschieden“, fügt er an. Fest steht, dass ab Sommer 2013 alle Eltern, die ihre Kinder unter drei Jahren betreuen lassen wollen, einen Anspruch darauf haben sollen. So hat es die Politik beschlossen. In Homberg gibt es laut Bottenhorn derzeit eine kleine Warteliste. Durch den Waldkindergarten könnte diese bald passe sein.

Seit drei Jahren geht Felizia Dorn jetzt in einen Waldkindergarten, seither habe sie sich prächtig entwickelt, sagt ihre Mutter. „Sie ist fitter und hat so gut wie keine Erkältungen. Ihre Abwehrkraft hat sich gesteigert und ihre Phantasie wird angeregt“, sagt Angelika Dorn. So brauche Felizia auch zu Hause kaum gekauftes Spielzeug.

Termin: Öffentliche Sitzung der Stadtverordneten, heute, 19 Uhr, Stadthalle, Homberg.

Quelle: HNA

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