In den ersten sieben Jahren hatte Bernd Gundlach keinen Urlaub

Dieser Sporthändler in Treysa trotzt erfolgreich dem Internet

Erster Anlaufpunkt für Schwälmer Sportler: Das Geschäft von Bernd Gundlach in der Treysaer Bahnhofstraße feiert in diesem Jahr Jubiläum. Foto: Palka

Treysa. Als Bernd Gundlach vor 25 Jahren sein Sportgeschäft eröffnete, gab es in Treysa noch fünf Konkurrenten. Heute gibt es nur noch seinen Laden. Gundlach hat ein Erfolgsgeheimnis.

Dass Bernd Gundlach mit seinem Sportgeschäft 25-jähriges Jubiläum feiern kann, ist nicht selbstverständlich. Als er vor einem Vierteljahrhundert den Champion-Shop am Treysaer Bahnhof von Familie Seil übernahm, gab es in Schwalmstadt noch fünf weitere Sportgeschäfte – mittlerweile gibt es nur noch ihn und seine Mitarbeiter.

Als er sah, dass seine Konkurrenten nach und nach aufgaben, hat das auch ihn nachdenklich gemacht: "Die Existenzängste waren enorm. Viele haben uns nicht lange gegeben." In den ersten sieben Jahren habe er keinen Urlaub gemacht, doch die Ausdauer habe sich gelohnt, blickt Gundlach zufrieden auf die Entwicklung seines Geschäfts zurück.

"Wir sind langsam, aber gesund gewachsen." Das ging mit vielen Umzügen einher, immer wieder wurde die Verkaufsfläche zu klein. Immer ein paar Hausnummern weiter, immer in der Treysaer Bahnhofstraße. Als "alter Treeser", wie er sich selbst nennt, ist er seiner Heimat treu geblieben.

Die Anfänge: Bernd Gundlach im Jahr 1993 vor seinem Champion-Shop am Treysaer Bahnhof. Foto: privat

In den vergangenen Jahren wurde es ihm dort nicht leicht gemacht. Der Bau der Schwalmgalerie hinter dem Geschäft, die nicht enden wollende Straßenbaustelle vor dem Geschäft – "da haben wir ganz schön drunter gelitten". Doch jetzt erhole sich die Treysaer Innenstadt und entwickle sich zu einem interessanten Zentrum.

Auch das Internet stelle eine Gefahr für den Einzelhandel dar, früher habe es diese einfachen Vergleichsmöglichkeiten nicht gegeben. "Die Kunden sind viel besser informiert. Meine Mitarbeiter müssen spontan über 15 000 Produkte Bescheid wissen, der Kunde hat sich vorher ausführlich über ein Produkt schlaugemacht."

Deswegen müsse der Einzelhandel mit seinem großen Vorteil punkten, der Beratung und dem Service. "Der Kunde soll sich wohlfühlen. Wenn er einen Wanderschuh kauft, soll er sich auch fühlen wie im Urlaub." Dabei seien Marken wichtig, sie seien das Aushängeschild eines Geschäfts. Einen persönlichen Lieblingsmoment hat Gundlach mit der Marke Camel erlebt. Im Jahr 2000 marschierte er zur Eröffnung einer neuen Filiale mit zwei Kamelen im Festzug zur Hutzelkirmes mit.

Im Laufe der Zeit kamen neue Marken hinzu, zunächst durch die Aufnahme in den Einkaufsverband Sport 2000 und später in den größten Sport-Einkaufsverband Intersport eröffneten sich neue Möglichkeiten.

Ursprünglich auf Vereinssport jeder Art spezialisiert, vom Kegelverein über den Schützenverein bis zum Fußballverein, liegt ein Schwerpunkt mittlerweile auch auf Laufsport und Wandern. Wie Bernd Gundlach sich sein Sportgeschäft in einigen Jahren vorstellt, kann er noch nicht sagen. Er möchte mit der Zeit gehen, erst einmal aber das Jubiläumsjahr feiern, Aktionen und Veranstaltungen sind in Planu

Zur Person: 

Bernd Gundlach (51) wurde in Schwalmstadt geboren. Heute wohnt er mit seiner Frau Karola und zwei Söhnen im Alter von elf und 14 Jahren in Ascherode. Im Treysaer Geschäft "Rainers Sportladen" hat er eine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann absolviert, bevor er schließlich 1993 ein eigenes Geschäft in Treysa übernahm.

Quelle: HNA

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