Wettbewerb im Anstaltshof: 50 Athleten maßen sich beim Stundenlauf in der JVA

Sport hinter Stacheldraht

Symbolischer Startschuss: Inhaftierte, aber auch Sportler befreundeter Vereine, gingen in der Justizvollzugsanstalt in Ziegenhain auf die Laufstrecke hinter Gittern. Fotos: Rose

Schwalmstadt. Anfeuerungsrufe dringen aus den Fenstern der Justizvollzugsanstalt Ziegenhain hinunter in den Hof, wo sich die Läufer Startnummer für Startnummer an ihre T-Shirts heften. Rot-weißes Flatterband weht im Wind, markiert den Parcours über die drei Anstaltshöfe. Ein symbolischer Startschuss – ein lautes Klatschen in die Hände – schickt die Athleten auf Strecke: zum Lauf hinter Gittern.

50 Athleten im Alter von 16 bis 70 Jahren gingen in der JVA an den Start. Insassen, Sportler vom Tuspo Borken und dem SC Steinatal sowie Bedienstete, maßen sich in einem einstündigen Wettbewerb. Zum zweiten Mal hatten die Mitarbeiter aus dem Fachbereich Sport zu dem Stundenlauf umringt von Stacheldraht eingeladen.

Motivation ist stärker

„Sich mit externen Sportlern zu messen, motiviert die Inhaftierten in hohem Maß“, erklärte Sportlehrer Marek Paluszak. „Manche wollen sich auch einfach nur beweisen, dass sie die Stunde laufend schaffen.“ Sechs Monate hat die Vorbereitung auf den Wettbewerb gedauert. Vier Mal die Woche, jeweils eine Stunde Training. „Ich habe mir ein Ziel von zwei Minuten pro Runde gesteckt“, erklärte ein Insasse.

Zwischen zehn und zwölf Kilometern wolle er in einer Stunde zurücklegen. „Ich finde die Veranstaltung toll, das könnte es öfter geben“, wünschte sich der Häftling. Gern würde er sich häufiger mit anderen Sportlern austauschen. Die gelaufenen Runden behielten acht Rundenzähler im Blick, als Streckenposten fungierten Bedienstete. Die Sportler waren je nach Alter in verschiedene Klassen unterteilt.

Für einen würdigen Ausklang sorgte das Team aus der Lehrküche. Drei Azubis und ein Geselle hatten ein gesundes Buffet vorbereitet. Bei Leckereien wie Melone mit Serranoschinken, Hähnchen, einer exotischen Obstplatte und verschiedenen Blattsalaten kamen die Sportler nach der Anstrengung miteinander ins Gespräch. Aller Ehren wert waren die Sieger. Aus den Händen von Marek Paluszak nahmen die Sportler Urkunden und Sachpreise in Empfang.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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