Gerda Herde (84) ist seit knapp 50 Jahren Übungsleiterin beim TSV Trutzhain

Sport ist ihre Leidenschaft

Immer noch fit: Gerda Herde ist langjährige Übungsleiterin TSV Trutzhain und hat viele Menschen motiviert. Foto: Rose

Trutzhain. Ein Leben ohne Sport ist für Gerda Herde undenkbar: „Heute bin ich manchmal ein wenig wehmütig, wenn ich daran denke, wie ich mich früher bewegen konnte“, sagt die 84-Jährige aus Trutzhain. In Bewegung ist die Seniorin jedoch bis heute. Seit 1966, also seit fast 50 Jahren, ist Gerda Herde Übungsleiterin beim TSV Trutzhain. Unermüdlich und unerschütterlich hat sie sich zum Sport motiviert.

Herde wuchs in Reichenberg auf und war schon als junges Mädchen vielseitig: „Schwimmen, Eislaufen, Turnen - ich habe alles gemacht, was damals möglich war“, erzählt sie. Mitte der 1950er-Jahre zog sie mit ihrem Mann nach Trutzhain, knüpfte Kontakt zum Sportverein und bot ab 1966 Mädchenturnen an, ein Jahr später auch Damengymnastik. „Ich habe einfach Zettel in Geschäften verteilt, um dafür zu werben.“ Dabei war das Training durchaus mit einigen Mühen verbunden.

„Schwimmen, Eislaufen, Turnen – ich habe als junges Mädchen alles gemacht, was möglich war.“

Gerda Herde

Eine Turnhalle gab es zwar, die war jedoch in einer Baracke in der Hauptstraße untergebracht. Ohne Heizung. Für die Übungsstunden wurde vorher extra der Ofen angeheizt. Sportgeräte waren ebenfalls Mangelware: „Wir haben uns vom Schreiner eine Langbank machen lassen“, erzählt die 84-Jährige. Nach und nach wurden Stäbe, Keulen, Bälle und Springseile angeschafft. Mit den Mädchen fuhr Gerda Herde zum Trainieren auf umliegende Sportplätze. Mehr als 30 Frauen kamen bis 1989 regelmäßig zur Gymnastik. Und die Truppe war fester Bestandteil des örtlichen Lebens. „An Fasching und zur Kirmes waren wir immer präsent, sind im Festzug mitgelaufen oder haben etwas vorgeführt“, erzählt Herde.

Motive zu Festzügen

Fotos zeugen davon, dass die Frauen auch das Zeitgeschehen interpretierten. In den Festzügen gab es Motive zu Themen wie dem Paragraph 218, der „Nachwuchspille“ oder Bezüge zu Filmen wie „Die Karawane der Frauen“. Gerda Herde bildete sich weiter, absolvierte Lehrgänge, die Ausbildung zur Übungsleiterin. 1980 rief sie die Seniorengymnastik ins Leben. Bis im Frühjahr dieses Jahres blieb die Gruppe bestehen. „Die jüngsten Teilnehmer waren 60, die ältesten um die 90“, erzählt sie. Mit Stuhlgymnastik und Ballspielen habe man sich zusammen fit gehalten. Mit dem Bau des Gemeinschaftshauses wurde es für die Gruppen komfortabler. „Auf dem Parkettboden tanzt es sich ganz wunderbar“, sagt Herde. So wurde 1986 der Tanzkreis gegründet. „Manchmal finde ich es schade, dass wenige das Angebot nutzen. Tanzen beschäftigt den ganzen Körper und den Geist.“ Die Gruppe leitet sie bis heute, auch wenn sie selbst nicht mehr mittanzt.

19 Jahre lang bot sie in Treysa Volkshochschul-Tanzkurse an, insgesamt 37. Ihr habe es immer großen Spaß gemacht, mit Menschen Sport zu treiben. Und die daraus entstandenen Kontakte pflegt die 84-Jährige gern. Regelmäßig trifft sie sich mit den Damen von der Gymnastik und der Seniorengymnastik zum Stammtisch – ein Leben ohne Bewegung ist für Gerda Herde undenkbar.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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