Andreas Schultheis (parteilos) will neuer Bürgermeister von Schrecksbach werden

Sport ist seine Philosophie

Hält den Ball fest: Andreas Schultheis im Metzenberg-Stadion in Schrecksbach. Viele Jahre hat er dort als Tormann gespielt. Foto: Quehl

Schrecksbach. Das Pendeln zwischen dem Eichsfeld, wo er arbeitet, und seinem Heimatort Schrecksbach wird für Andreas Schultheis demnächst zu Ende gehen. Der 35-Jährige will der neue Bürgermeister seiner Gemeinde werden. Wenn er es nicht schafft, will er im Gegenzug seinen Mittelpunkt stärker nach Thüringen verlagern: „Es ist eine richtungsweisende Entscheidung für mein Leben.“

Ob es so kommt oder so, den Vorsitz des VfB Schrecksbach mit seinen 700 Mitgliedern will er aufgeben. Bereits mit 23 Jahren hatte Schultheis den Posten übernommen. In Zukunft könne er das zeitlich nicht mehr leisten, „aber ich habe dabei gelernt, die Interessen vieler Menschen zu vertreten“. Überhaupt: „Der Umgang mit Menschen macht mir Spaß, in den 16 Jahren meiner Vorstandsarbeit im VfB gab es nie Zank.“ Als jemand, der ausgleichend wirkt, Wogen glättet, beschreibt sich der Junggselle. Schließlich ist er auch Schiedsrichter.

Schrecksbachs Bürgermeister zu werden – mit diesem Gedanken habe er sich „schon immer“ getragen. Als Erich Diehl seinen vorzeitigen Rückzug im Oktober bekannt gab, seien dann viele auf ihn zugekommen, berichtet Schultheis. Bei Gesprächen mit den Fraktionen habe er die Unterstützung der Unabhängigen Wähler (UWG) und der CDU gewonnen.

Selbst gehört er keiner Partei an, nur in Jugendtagen war er in der Jungen Union. Im Gemeindeparlament saß er nie, aber mit seiner Ausbildung zum Bankbetriebswirt werde er sich rasch einarbeiten in die Themen, „und ich bin nicht stallblind, gehe unvorbelastet ran“.

Neben Schule und Beruf war es immer der Fußball, der für den Junggesellen im Zentrum stand. Als Torwart hat er in allen Altersklassen des VfB gespielt, in der Jugend sogar mal beim KSV Hessen Kassel. Heute freut er sich, dass Patensohn Can Kaan (neun Jahre) in die Fußstapfen des Petters tritt. Sport fordere und lehre den richtigen Umgang mit Niederlagen, aber auch mit Siegen.

Mit den Eltern wohnt er in dem Haus, das der Vater, gelernter Besteckschleifer und später Bauarbeiter, und die Mutter, Reinigungskraft bei der Kreissparkasse, ihm schon vor zehn Jahren übertragen haben.

Würde er nicht immer nur durch die Schrecksbach-Brille gucken? „Jeder darf auf sein Dorf stolz sein“, antwortet Schultheis, „aber wir müssen alle zusammen halten. Außerdem sei er Mitglied in vielen Vereinen in der ganzen Gemeinde – etwa im Förderverein Kapelle Schönberg oder Gründungsmitglied des Holzburger Museumsvereins.

Wenn er am 1. Mai auf den Chefsessel kommt, dann will er sich als erstes um die Finanzen kümmern, „es fehlt die Transparenz“. Die fällige Erstellung der Eröffnungsbilanz wäre für ihn „eine reizvolle, große Aufgabe“. Der Haushalt müsse konsolidiert, Handlungsfähigkeit zurück gewonnen werden. Die Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden nach dem Muster Südlicher Knüll schwebt ihm vor. „Derzeit ist das Klima oft rau, das kann ich verändern“, sagt Andreas Schultheis.

Von Anne Quehl

Quelle: HNA

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