Cessna flog in der Rhön in Fußgängergruppe

Bei Flugzeugabsturz auf Wasserkuppe starben zwei Kinder und ihre Mutter

+
In der Rhön ist eine Cessna in eine Fußgängergruppe gerast - und hat dabei zwei Erwachsene und ein Kind in den Tod gerissen.

Nachdem ein Sportflugzeug auf der Wasserkuppe in Fußgänger gerast ist, gab die Polizei nun bekannt: Bei den drei Todesopfern handelt es sich um zwei Kinder und ihre Mutter.

Aktualisiert am 15. Oktober um 14.20 Uhr. Es handelt sich demnach nicht wie zunächst gemeldet um zwei Frauen und ein Kind, sondern um eine Mutter (39) und ihre beiden Kinder: der Sohn (11) und mit laut Polizei an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit die 12-jährige Tochter. Das gab die Polizei am Montagmorgen in einer Pressemitteilung bekannt. Die Mutter und ihre Kinder lebten in einem Landkreis südostlich von Fulda.

Das Unglück ereignete sich am Sonntag gegen 15.45 Uhr in der hessischen Rhön. Die Maschine erfasste die drei Spaziergänger nach derzeitigen Erkenntnissen der Polizei, als sie bei einem missglückten Landemanöver am Flugplatz bei Gersfeld auf der Wasserkuppe noch einmal durchstarten wollte.

Die Cessna traf demnach die Landebahn nicht richtig und wollte deswegen durchstarten. Sie bekam jedoch keinen richtigen Auftrieb mehr, durchbrach einen Schranke, fuhr über eine dort entlangführende Landesstraße und erfasste die Gruppe, die sich auf dem Gehweg der Straße aufhielten. Die Mutter und ihre Kinder seien sofort tot gewesen, sagte ein Polizeisprecher. Das Flugzeug sei erst etwa 50 bis 70 Meter weiter zum Stehen gekommen.

Der 56-jährige Pilot aus Ludwigshafen und die anderen drei Flugzeuginsassen wurden leicht verletzt und kamen ins Krankenhaus. Eine Augenzeugin, die einen schweren Schock erlitt, wurde an der Unglücksstelle betreut.

Unklar war am Sonntagnachmittag zunächst, ob es weitere Verletzte gab. Bild.de berichtete, dass acht weitere Menschen verletzt worden seien. Das konnte die Polizei zunächst nicht bestätigen. Später stand fest, dass es keine weiteren Verletzten gab. Anders als zunächst gemeldet, habe sich zum Unglückszeitpunkt zudem keine Menschenmenge an der Unglücksstelle befunden.

Die Maschine stammte nach Angaben der Polizei aus dem Raum Mannheim/Ludwigshafen. "Die wollten bei dem schönen Wetter einen Ausflug auf die Wasserkuppe machen und dann zurückfliegen", sagte der Polizeisprecher.

Nach dem Unfall wurde der Flugplatz weiträumig abgesperrt. Die Kripo Fulda nahm Ermittlungen auf, auch Spezialisten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchungen reisten an und untersuchten die Unglücksstelle. Dies dauerte bis in die späten Abendstunden. Am Montag gehen die Ermittlungen nun weiter.

Der Leiter der Fliegerschule Wasserkuppe, Harald Jörges, zeigte sich von dem tödlichen Unfall erschüttert. "Es ist ein tragisches Unglück", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Ich bin nur geschockt." Er selbst sei zum Zeitpunkt des Unfalls nicht am Ort gewesen. Die Aufsicht des Flugplatzes sei nach seinen bisherigen Erkenntnissen ordnungsgemäß besetzt gewesen. Es habe keine Flugshow auf dem Gelände stattgefunden.

Die genauen Umstände des Unglücks sind noch unklar. Jörges vermutete einen Pilotenfehler als Ursache. Nach seinen Informationen seien die Wetterverhältnisse zum Zeitpunkt der Landung perfekt gewesen.

Die Polizei sucht weitere Zeugen, die Hinweise, Fotos oder Videos zu dem Flugunfall haben. Die Fotos und Videos können Sie unter der E-Mail-Adresse flugunfall-wasserkuppe@polizei-hinweise.de an die Ermittler weiterleiten. Über über ein Hinweisformular können Sie zudem neben Fotos und Videos auch schriftliche Angaben zum Unfallhergang geben.

Das Formular kann man auch unter www.polizei-hinweise.de/flugunfall-wasserkuppe aufrufen und ausgefüllt an die Polizei senden. (lhe/mak/rek)

Hier passierte das Unglück

Wasserkuppe bei Flugsportlern beliebt

Die Wasserkuppe im Drei-Länder-Eck Hessen, Bayern und Thüringen ist mit 950 Metern Hessen höchster Berg. Der Flugplatz liegt am Nordhang. Der Berg ist beliebt bei Flugsportlern jeder Art. Dort heben Segelflieger ab, kleine Motorflugzeuge und -segler starten zu touristischen Rundflügen. Auch etwa Ultraleichtflugzeuge, Gleitschirm-, Drachen- und Modellflieger gehen dort in die Luft. 20.000 Starts zählt der Flugplatz nach früheren Angaben im Jahr.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare