Die Homberger Künstlerin Any de Grab stellt ihre Gemälde in New York aus

Die Sprache der Seele

Surrealistin aus Überzeugung: Die Homberger Künstlerin Any de Grab mit ihren beiden Werken, die auf der New Yorker Kunstausstellung zu sehen sind. Foto: Ehl-von Unwerth

Homberg. „Kunst ist mein Lebensinhalt: Die Staffelei ist (fast) überall dabei, ich kann einfach nicht anders“: Das Malen ist für Any de Grab alias Ania Grabczynski ein grundlegendes Bedürfnis wie essen und trinken. Davon zeugen allein 1085 archivierte sowie hunderte nicht erfasste Werke der gebürtigen Polin, die seit 22 Jahren in Deutschland lebt.

Von ihrer Wahlheimat Homberg aus präsentiert sie ihre Kunst auf diversen Internet-Portalen weltweit, und das hat Folgen: Zahlreiche Veranstalter im In- und Ausland zeigten ihre Werke bereits in Ausstellungen.

Bisheriger Höhepunkt sei nun die jüngste Anfrage der New Century Artists Gallery in New York. Die Innenarchitektin und Grafik-Designerin freut sich über die positive Resonanz. Ab 20. November werden in der mehrwöchigen Kunstschau mit dem Titel „Endurance“ (Ertragen, Aushalten, Ausdauer) zwei ihrer Werke zu sehen sein.

„Kunst ist der Inhalt meines Lebens“.

Any de Grab

„Palm Sunday“ (Palmsonntag) ist der Titel ihres Ölgemäldes, das die Schwere der Entstehung thematisiert: In das farbenfrohe Motiv einer jungen Frau zwischen Frühlingsblumen sind dezente Blutspuren eingefügt, sinnbildlich für eine hoffnungsvolle und zugleich schmerzhafte Neugeburt.

Von ähnlichem Inhalt, optisch jedoch geradezu konträr ist das zweite Werk mit dem der New Yorker Ausstellung entsprechenden Titel „Endurance“: Ein metaphorisch aus Stein entstandener menschlicher Körper symbolisiert den Kampf des Menschen mit jedem Tag und das Bemühen, gegen alle Hindernisse zum Ziel zu gelangen.

Ihre ureigenen Gedanken und Gefühle ausdrücken und den Betrachter ihrer Kunst zum Nachdenken anregen: Das sind die Ziele, die Any de Grab mit ihren surrealistischen Werken verfolgt. Darin lässt sie durch zumeist widersinnige Kombinationen bestimmter Elemente einen neuen, ungewöhnlichen Realitätsbezug entstehen.

Bis ins Detail

Jedes ihrer Werke sei bis ins Detail durchdacht und habe die Aufgabe, Informationen in die Welt zu schicken – häufig mit politisch-gesellschaftskritischem Inhalt: „Wann immer mir etwas nicht gefällt, drücke ich das künstlerisch aus“, sagt die 50-Jährige. „Informismus“ sei der passende Begriff für ihre Kunst, die durchaus auch hässlich sein dürfe. Lediglich aus Lust und Laune heraus zu pinseln und dabei „schöne Kunst zu Dekorationszwecken“ zu produzieren, das sei nicht ihr Ding. • Einige ihrer Werke stellt Any de Grab am kommenden Wochenende, 24. und 25. November, beim traditionellen Homberger Künstlertreff in der Stadthalle aus. Sie sind außerdem ab 14. Januar 2013 im Café am Rathaus in Wabern zu sehen.

Von Sigrid Ehl-von Unwerth

Quelle: HNA

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