Neujahrskonzert der ungarischen Kammerphilharmonie: 200 Zuschauer zeigten sich begeistert

So spritzig wie ein guter Sekt

Begeisterten: (von links) der erster Geiger László Nyári, Claus Durstewitz, Katherina Beranova und Dirigent Antal Barnas. Foto: Neubauer

Wolfhagen. Wer glaubt, dass klassische Musik immer ernst und ehrfurchtsvoll ist, der wurde während des Neujahrskonzerts in der Kulturhalle in Wolfhagen eines Besseren belehrt. Die ungarische Kammerphilharmonie, 1999 von Antal Barnas gegründet, rief zusammen mit den Solisten Katherina Beranova und Claus Durstewitz bei den fast 200 Zuschauern wahre Begeisterungsstürme hervor.

Zum Ende des Konzertes hin tanzte das Publikum zu den Klängen der „schönen, blauen Donau“, klatschte im Rhythmus des Radetzkymarsches und sang das „Trinklied“ aus La Traviata mit. Die Distanz, die normalerweise zwischen Publikum und Orchester herrscht, wurde in diesem Fall von den beiden Solisten aufgehoben. Die zwei Künstler begaben sich zum Publikum und bezogen es in die Vorstellung mit ein. Nun wurde gemeinsam getanzt, geklatscht und gesungen.

Nach der Begrüßung durch Bürgermeister Reinhard Schaake und Karsten Kroll, der die Kasseler Sparkasse als Sponsor vertrat, begann das Orchester schwungvoll mit einer Ouvertüre von Rossini. Der ungarische Dirigent Antal Barnas begeisterte mit beeindruckender Ausdruckskraft und leidenschaftlicher Hingabe. Neben den musikalischen Darbietungen auf höchstem Niveau unterhielt er das Publikum sowohl mit sachlichen Informationen als auch mit lustigen Anekdoten.

Das Programm hatte einen hohen Wiedererkennungswert, denn auch die E-Musik besitzt eine Hitliste. Berühmten Opernarien von Tosca bis La Traviata und bekannte Operettenlieder wie das „Vilja-Lied“ und „Schön ist die Welt“ sind darauf zu finden. Katherina Beranova (Sopran) aus Tschechien und Claus Durstewitz (lyrischer Tenor) aus Fritzlar interpretierten sie stimmgewaltig und leidenschaftlich. Der musikalische und schauspielerische Höhepunkt des Abends war die Arie der Olympia aus „Hoffmanns Erzählungen“ durch Katherina Beranova. Wieder einmal bewies sie ihr Weltklasseniveau als Koloratursopranistin.

Bei der Zugabe ließ der erste Geiger László Nyári mit seinem virtuosen Spiel eines Csárdás das begeisterte Publikum etwas von dem Temperament der Ungarn erahnen.

Dank der Musik war zumindest an diesem Abend die Welt in Ordnung. Es bleibt zu hoffen, dass das Neujahrskonzert der ungarischen Kammerphilharmonie zu einer festen Institution in Wolfhagen wird.

Von Ursula Neubauer

Quelle: HNA

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