20 Ahnenforscher nahmen an Treffen teil

Gesellschaft für Familienkunde informierte in Homberg über Stammbaumforschung

Immer auf der Suche nach den Spuren der Vorfahren: Monika Karol aus Kassel und Bodo Schade, aus Sondheim stammend, von der Gesellschaft für Familienkunde. Foto: Thiery

Homberg. Wer einmal damit infiziert ist, kann es nicht mehr lassen: Die Erforschung der Ahnen verbindet die Suche nach den eigenen Wurzeln mit persönlichen Geschichten und Geschichte.

So sieht es Monika Karol aus Kassel von der Gesellschaft für Familienkunde. In Homberg informierte sie jetzt darüber, wie man sich richtig auf die Suche nach den Vorfahren macht.

Sie hat ihre Familie, die aus Immenhausen stammt, bis ins 17. Jahrhundert zurück verfolgt und wird nicht müde, weiter zu forschen. „Da hat man schon etwa 1000 Menschen in den Quellen gefunden, ist auf mehrere Linien gestoßen und es geht immer weiter.“ Die Hausfrau hat sich dem Hobby verschrieben und ist Mitglied im Verein geworden, um bessere Tipps zur Spurensuche zu bekommen. Mittlerweile gibt sie die selbst weiter, wie am Dienstag in der Gaststätte Jütte. 

20 Ahnenforscher kamen zu dem Treffen, darunter auch Neulinge. „Man muss sich schon für Stammbäume interessieren“, sagte Karol. Sie habe schon als Jugendliche dafür einen Faible gehabt. Immer wieder stoße sie in Kirchenbüchern und Archiven auf interessante Geschichten. Eine ihrer Vorfahrinnen wurde als Hexe geächtet und verstarb vor lauter Gram darüber. „Solche Eintragungen kann man finden, wenn sie der Pfarrer gemacht hat“, erzählt sie. Einige Pastoren hätten auch Eigenschaften der Menschen protokolliert, die verstorben waren. „Das sind dann natürlich Sichtweisen der Beschreibenden“, fügte sie hinzu.

Gertrud Leiter aus Licherode hat die Kirchenbücher bis zum 30-jährigen Krieg zurückverfolgt. Sie wollte sich beim Treffen über die Arbeitsweise anderer informieren. Ihr Mann Klaus hat die gesamte Genealogie des gesamten Dorfes Licherode untersucht und war bei seinen Recherchen erstaunt, wie alle miteinander verbunden sind. Die Faszination des Hobbys Ahnenforschung habe viele Facetten, für ihn sei es ein Gemeinschaftsgefühl. „Wir alle gehören zusammen“, sagte er.

Für Monika Karol hat die Geschichte durch die Arbeit einen ganz anderen Stellenwert bekommen. Mit den Treffen, die jetzt in der Schwalm und in Homberg stattfanden, möchte sie die Menschen für das Hobby begeistern und auch zeigen, dass es keineswegs so verstaubt ist, wie viele vermuten. „Man kommt so in anderen Ländern herum, viele der Ahnen stammen aus Frankreich, Polen oder Russland. „So wächst auch Europa für mich irgendwie ein Stück zusammen“, sagte sie.

Hintergrund

Tipps für Neulinge 

Monika Karol rät Neueinsteigern, bei den Kirchenbüchern anzufangen. Im Kasseler Landeskirchlichen Archiv könnten Eheschließungen und Geburten zurückverfolgt werden, auch die Paten sollte man prüfen. Die Archive haben Datenbänke, die man im Internet einschauen könne. Zur genaueren Untersuchung müssten die Auszüge vor Ort geholt werden. Testamente oder Urkunden könnten im Marburger Staatsarchiv eingesehen werden, auch dort gebe es Portale auf der Internetseite. Eine Internet-Datenbank für Stammbäume ist „Gedbas“. Die Gesellschaft für Familienkunde Kurhessen und Waldeck hat ihren Sitz in Kassel. Zur Dokumentation empfehlen sich Computerprogramme wie Ahnenblatt. Die Treffen finden jeden letzten Dienstag im Jahr statt. (zty) www.gfkw.de

Quelle: HNA

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