Vergewaltigung: 39-Jähriger streitet Tat ab – Verhandlung vertagt

Marburg/Schwalmstadt. Wegen Vergewaltigung, versuchter Vergewaltigung und sexueller Nötigung musste sich ein 39-jähriger Mann aus dem Altkreis Ziegenhain erneut vor Gericht verantworten.

Über zwei Berufungen verhandelte in dieser Woche das Landgericht in Marburg. Bereits 2009 war der Mann vom Amtsgericht Schwalmstadt zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden.

Gegen dieses Urteil hatten sowohl er als auch die Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt: Der 39-jährige, weil er die Anschuldigungen des Opfers, ein damals 15-jähriges Mädchen, für frei erfunden hielt. Die Staatsanwaltschaft, weil sie die vom Amtsgericht Schwalmstadt verhängte Strafe insgesamt weitaus für zu niedrig hielt.

Die damals 15-jährige Hobbyreiterin hatte zu dem 39-jährigen, der einen Hof zur Versorgung von Pferden betreibt, über längere Zeit ein Vertrauensverhältnis aufgebaut. Im Januar 2008 soll der Mann das Mädchen unter einem Vorwand ins Auto gelockt und mit dem Mädchen in einen Feldweg gefahren sein. Dort soll er zudringlich geworden sein, die 15-Jährige festgehalten und den Geschlechtsverkehr vollzogen haben. Anschließend soll es mehrfach zu weiteren Zudringlichkeiten gekommen sein.

Wegen der Beweislast – ein mit Spermaspuren behafteten Papiertaschentuch – versuchte Richter Dr. Thomas Wolf den Angeklagten zur Rücknahme seiner Berufung zu bewegen. Nach Meinung des Angeklagten waren aber alle Anschuldigungen gegen ihn frei erfunden.

Die Zeugenvernehmung der mittlerweile 18-jährigen jungen Frau, die auch als Nebenklägerin auftrat, fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Darin bestätigte sie alle im Vorfeld gemachten Aussagen, wie das Gericht später mitteilte. Ein Gutachter hatte keinen Zweifel an der Glaubwürdigkeit der jungen Frau. Weitere geladene Zeugen wiederholten zudem die bereits vor dem Amtsgericht gemachten Aussagen.

Der Verteidiger stellte einen erneuten Beweisantrag. Ihm liege die schriftliche Aussage einer Zeugin vor. „Und das hat unmittelbare Auswirkungen auf das psychologische Gutachten und ihre Glaubwürdigkeit“, begründete der Verteidiger seinen Antrag.

Staatsanwaltschaft und Nebenklage lehnten diesen Antrag als unerheblich für den Ausgang ab.

Das Gericht allerdings vertagte sich, um über die Zulassung des Beweisantrages zu entscheiden.

Mit der Ladung weiterer Zeugen wird die Verhandlung deshalb am 19. September fortgesetzt.

Quelle: HNA

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