Auf Spurensuche: Forschen in alten Dokumenten der Emstaler Schule

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Stöbern in Dokumenten: Wolfgang Engelmeyer, Schulleiter der Christine-Brückner-Schule Sand (links) und Hartwin Neumann vom Kultur- und Geschichtsverein Bad Emstal, recherchieren weiter in der Schulgeschichte.

Sand. Die Geschichte seiner Schule, der Christine-Brückner-Schule in Sand, lässt Schulleiter Wolfgang Engelmeyer keine Ruhe. Zusammen mit Hartwin Neumann, dem Vorsitzenden des Kultur- und Geschichtsvereins Bad Emstal, ist er weiterhin dabei, die Schulhistorie zu beleuchten.

Konkret geht es Engelmeyer dabei um die Zeit zwischen 1920 und 1937 sowie den Folgejahren und welche Rolle der damalige Schulleiter Julius Dittrich in diesen Jahren spielte.

Vor etwa zweieinhalb Jahren war Neumann eine transliterierte, also abgetippte, Form der Schulchronik aus dieser Zeit zugespielt worden (HNA berichtete). Damals vermuteten Neumann und Engelmeyer, dass Julius Dittrich Sympathien für den Nationalsozialismus gehegt habe. Inzwischen haben sie Belege dafür, dass er Parteimitglied der NSDAP war.

„Ich war unter anderem in Wiesbaden im Hauptstaatsarchiv“, erzählt Neumann. Dort fand er die Dokumente, auf denen auch Julius Dittrich vermerkt ist.

Nun sind Engelmeyer und Neumann weiter auf der Suche nach dem Original der alten Schulchronik, aus der vor zweieinhalb Jahren abgeschrieben wurde. Doch obwohl ihnen inzwischen sogar Kopien einzelner Seiten vorliegen, wissen sie noch immer nicht, in wessen Besitz sich die Schrift derzeit befindet. Einen Verdacht, in welchen Händen sich die Schrift befindet haben sie, doch den wollen beide nicht öffentlich äußern.

Julius Dittrich

Julius Dittrich war zunächst 1946 aus dem Schuldienst entlassen worden, wurde dann jedoch im Zuge der Entnazifizierung als Mitläufer eingestuft und konnte so wieder in den Schuldienst eintreten.

Geschichtswerkstatt geplant 

Der aktuelle Schulleiter und sein Mitstreiter wollen nun weiter forschen und herausfinden, wie es dazu kam, dass das Wirken Dittrichs auf diese Art und Weise bewertet wurde. Dazu haben sie bereits historische Akten, unter anderem von der Verhandlung zur Entnazifizierung vor der Spruchkammer in Wolfhagen, gesichtet.

Doch nicht nur Neumann und Engelmeyer wollen zukünftig daran arbeiten. Der Schulleiter kann sich vorstellen, die Geschichte auch für seine Schüler greifbar zu machen. „Wir denken darüber nach eine Geschichtswerkstatt einzurichten, in der Schüler der neunten und zehnten Klasse arbeiten könnten.“ Dann könnten die Schüler ein historisches Thema an einem direkten Beispiel aus ihrem Umfeld erarbeiten.

Vielleicht, so hoffen Neumann und Engelmeyer, taucht dazu doch noch die Schulchronik auf. (cst)

Quelle: HNA

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