Spurensuche in der Schwalm: Schwalmstädter forschen über den Maler Raimund Mosler 

Stellt wahrscheinlich eine Mühle in der Schwalm dar: Gemälde von Raimund Mosler. Fotos: REGINA ZIEGLER-DÖRHÖFER

Das Schicksal und Können des Malers Raimund Mosler, der 1946 mit einem Vertriebenentransport nach Wiera kam, beschäftigt Horst Gömpel und Karl Heinz Merle. Die beiden versuchen, Werke des renommierten Künstlers des Sudetendeutschtums aufzutun und tragen Lebensstationen der alten und neuen Heimat zusammen.

Der aus Katharein bei Troppau (Tschechien) stammende Maler Raimund Mosler (1886 bis 1959) lernte an der Wiener Kunstakademie und führte den Titel „Akademischer Maler“. Im Ersten Weltkrieg geriet er in russische Gefangenschaft, wo er auch kleine Skizzen und Gemälde fertigte. Neben seinen Landschaftsmalereien war Mosler auch als Freskenmaler und Holzschnitzkünstler tätig. „Seine handgefertigten Holzrahmen sind ein Kunstwerk für sich“, schwärmt Horst Gömpel, der als Experte der Vertriebenenkultur vor allem den Spuren in der alten Heimat nachspürt.

1945 verlor Mosler durch die Vertreibung seine gesamte Existenz. Im Alter von 60 Jahren wurde er letztendlich ins „Ellerhaus“ des Hofes Dörinkel in Wiera einquartiert. „Er war zu alt, um nochmal ganz vor vorne anzufangen. Wie muss ihn sein Schicksal geplagt haben?“, so Gömpel.

Mit einfachsten Mitteln begann Mosler aber auch in Wiera mit dem Malen. Merle und Gömpel konnten inzwischen zwar einige Bilder des Malers auftun, doch fehlen ihnen oftmals die Angaben zu den gezeichneten Personen und Orten. „Vielleicht erkennt jemand den ein oder anderen oder kann uns sagen, welche Mühle Mosler gemalt hat?“, fragen Gömpel und Merle.

Karl Heinz Merle erinnert sich, dass Moslers Tochter Ingrid, die in Wiera von Moslers zweiten Frau geboren wurde, oft mit seiner Schwester spielte und so nahm Merle Kontakt zu der bei Köln lebenden Tochter auf.

Anna Katharina Dörinkel, die Tochter des Hauses in Wiera, wurde von Mosler gleich mehrfach in Tracht gezeichnet. Zu anderen Trachtenträgern aber haben die beiden Moslerforscher keine Namen. „Es wäre schön, wenn wir durch unsere Arbeit den verkannten Künstler in Erinnerung behalten“, so Karl Heinz Merle, der einen ersten Bericht zu Mosler im Schwälmer Jahrbuch 2019 verfasst hatte.

Kontakt: Wer zu den Nachforschungen etwas beitragen kann, wird gebeten, Horst Gömpel zu kontaktieren, Tel. 06691/21562.

Quelle: HNA

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