Zahlen schlechter als vor einem Jahr

Arbeitsmarkt bewegte sich kaum: Stabil, aber ohne jede Dynamik

Schwalm-Eder. Positiv, aber ohne Pep – auf diese Formel lässt sich die jüngste Entwicklung auf dem regionalen Arbeitsmarkt bringen. Die Arbeitslosenquote sank im Landkreis von 5,4 Prozent im Mai auf 5,2 Prozent im Juni.

Doch diesem leichten Plus steht ein starkes Minus im Vergleich zum Juni 2012 entgegen: Vor genau einem Jahr betrug die Quote nur 4,7 Prozent.

„Wir hatten einen sehr ruhigen Juni“, sagt Martin Büscher, Chef der Arbeitsagenturen im Landkreis. „Es gab keine Dynamik am Markt.“ Daher hätten vergleichsweise wenige Menschen in diesem Monat eine Stelle gefunden. Das Problem: „Wir haben noch aus dem Winter einen hohen Bestand an Arbeitsuchenden“, sagt Büscher.

Diese Folgen sind im südlichen Teil des Schwalm-Eder-Kreises deutlich zu spüren, die Arbeitslosenquote liegt in der Schwalm bei 5,9 Prozent. In der Schwalm sind zurzeit 1550 Menschen auf Jobsuche. Das sind 26 weniger als im Mai, aber doch noch 317 mehr als im Juni vorigen Jahres.

Wesentlich besser dagegen sieht es im Norden des Kreises aus. Melsungen weist die niedrigste Quote im Schwalm-Eder-Kreis auf. Sie ist dort von 4,8, auf 4,5 Prozent gefallen. 1100 Menschen sind dort arbeitslos gemeldet, 52 weniger als im Mai. „Melsungen steht wegen der großen Unternehmen wie B. Braun immer am besten da“, stellt Büscher fest.

Doch er wiegelt jeden Grund zur Euphorie auch gleich wieder ab: Weder in Melsungen noch in Fritzlar-Homberg gebe es zurzeit einen Grund zum Prahlen: in beiden Kreisteilen sei die Nachfrage nach Arbeitskräften nur gering.

In Fritzlar-Homberg sind ungleich mehr Menschen auf der Suche nach einer Anstellung: 2306 Arbeitslose waren in der Geschäftsstelle Fritzlar erfasst. 60 weniger als im Mai, 214 mehr als im Vorjahresmonat.

Die Bilanz des Juni 2013 biete einen einzigen Silberstreifen am Horizont: Das sind die 350 neu gemeldeten Stellen, immerhin zehn Prozent mehr als noch im Mai. Diese Angebote kämen vor allem aus den Bereichen Handel, Gesundheit und Pflege.

Einen deutlichen Rückgang verzeichneten die Agenturen im Landkreis dagegen in der Logistikbranche, die sei in diesem Jahr stark rückläufig.

Seine Prognose für die Zahlen des Juli ist eher duster. Die Sommerferien stehen unmittelbar bevor, viele Ausbildungsverhältnisse endeten, ohne in eine Weiterbeschäftigung überzugehen.

Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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