Wieragrund: Stadt braucht eine Vision

Schwalmstadt. „Ich hoffe, dass man mit dem Wieragrund vorankommt.“ Das sagte Martin Schüller, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbands Hessen-Nord.

Schüller begrüßt dieses ambitionierte Projekt in Schwalmstadt, das verdeutlichte er während einer Stippvisite im Bekleidungshaus Heynmöller in Schwalmstadt - mit einer Einschränkung: Den geplanten Lebensmittelbereich in dem Einkaufszentrum hält Schüller für überdimensioniert.

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Nach Statistiken im Einzelhandel geht man von 450 Quadratmetern Verkaufsfläche pro 1000 Einwohner aus, erklärte Schüller. Nach seinen Angaben hat Schwalmstadt schon heute über 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche für Lebensmittel. Damit habe Schwalmstadt die höchste Lebensmitteldichte einer Kommune in Nordhessen.

„Die Wettbewerber brauchen den Wettbewerb nicht scheuen“, sagte Schüller. Allerdings solle kein Verdrängungswettbewerb entstehen. Denn: Dieses Frühjahr eröffnet das neue Aldi im Wieragrund, Rewe zieht später mit größerer Verkaufsfläche von der Walkmühle in den Wieragrund.

Fotos: Bau am Wieragrund in Treysa in vollem Gange

Bau am Wieragrund in Treysa in vollem Gange

„Der Wieragrund ist zum Teil umstritten“, meinte Frank Heynmöller, einer der Geschäftsführer des Bekleidungshauses Heynmöller, zum Thema. Es habe schon Gerüchte gehört, dass ansässige Lebensmittelmärkte schließen wollten. Wenn ein reiner Verdrängungswettbewerb entstehe, werde keine Rendite mehr erwirtschaftet, zitierte der Geschäftsmann Kritiker.

„Das Konzept ist gut“, betonte Martin Schüller. Es sei wichtig, in Mittelzentren alle Sortimente anzubieten, auszubauen und zu modernisieren. „Ich befürworte das“, sagte der Jurist Schüller über das Vorhaben, das mit dem Bau einer neuen, sechs Millionen Euro teuren Straße vom Wieragrund zum Bahnhof einher geht. „Das finden wir auch“, sprachen sich die Heynmöller-Geschäftsführer Jörg Paul Diehl für das Projekt Wieragrund aus. „Wenn das Umfeld passt, partizipieren alle davon“, so Jörg Paul Diehl.

Von Alexandra Lache-Elsen

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Quelle: HNA

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