Fachwerkgebäude am Naumburger Marktplatz wird zentrales Objekt der Dorferneuerung in der Kernstadt

Dorferneuerung: Stadt ersteigert den Ratskeller

+
Blick vom Rathausdach auf den Naumburger Marktplatz: Das rechte Fachwerkhaus mit dem grauen Dach ist der Ratskeller. Die Stadt erhielt bei einer Zwangsversteigerung vor dem Amtsgericht den Zuschlag.

Naumburg. Die Stadt Naumburg hat bei einer Zwangsversteigerung den Zuschlag für den Ratskeller am Marktplatz erhalten. Das bestätigte Bürgermeister Stefan Hable.

Hable hatte beim Termin vor dem Amtsgericht Kassel das Mindestgebot abgegeben und für die Stadt den Zuschlag erhalten. Der Preis liege „weit unter 10.000 Euro“, so der Verwaltungschef. „Es war schon lange Wunsch der Stadt wie auch des Arbeitskreises Dorferneuerung, dass mit dem Haus in exponierter Lage etwas Vernünftiges geschieht“, sagte Hable.

Einigkeit im Arbeitskreis

In den vergangenen Jahren war das Fachwerkgebäude zunehmend verkommen, das einst angesagte Gasthaus zur Imbissbude mit häufig wechselnden Betreibern heruntergekommen. Deshalb war sich der Arbeitskreis Dorferneuerung, so sein Vorsitzender, Jürgen Günst, auch über alle Parteigrenzenhinweg einig, dem Magistrat die Ersteigerung zu empfehlen.

Ideen für Nutzung

Dass es am vergangenen Dienstag nun tatsächlich geklappt hat, freut Günst besonders. „Es wird das zentrale Objekt der Dorferneuerung in der Kernstadt sein“, so Günst. An Ideen für eine künftige Nutzung mangele es nicht. Denkbar sei ein Musterhaus, in dem Fachleute Hausbesitzern zeigen, wie sie am besten ihr Fachwerkgebäude sanieren.

Auch das geplante Apfelmuseum könnte hier angesiedelt werden. In der Unteren Etage sei denkbar, die Tourist-Info unterzubringen, die derzeit im Haus des Gastes ihr Domizil hat. Damit würde auch ein Zeichen seitens der Stadt gesetzt, dass man in die Altstadt investiert.

Zur ursprünglichen Nutzung des 1701 errichteten Ratskellers soll es aber kein Zurück geben. Der Arbeitskreisvorsitzende: „Eine Gastronomie wird es auf keinen Fall geben.“

Die Naumburger SPD sieht das anders. Die Sozialdemokraten, die sich ebenfalls für den Erwerb des Gebäudes durch die Stadt ausgesprochen hatten, vertreten die Auffassung, dass im Gebäude weiterhin eine Gastronomie betrieben werden sollte, gerade auch, weil die Wanderroute des Habichtswaldsteiges direkt am Ratskeller vorbeiführe. „In jedem Falle“, so die SPD in einer Pressemitteilung, „solle versucht werden, das Objekt nach seiner Sanierung wieder in eine private Trägerschaft zu überführen“.

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare