Vor 107 Jahren wurden die Homberger Straßenlaternen erstmals durch die Gasanstalt beleuchtet

Der Stadt ging ein Licht auf

Die Homberger Gasanlage im Jahr 1969: Heute ist das ansehnliche Gebäudes komplett mit Gift verseucht. Repro: Breiding

Homberg. Sie vertrieb die Dunkelheit auf Hombergs Straßen: Als 1904 die Gasanstalt im Davidsweg ihren Betrieb aufnahm, brachen in der heutigen Kreisstadt hellere Zeiten an.

Die Lichtzentrale war die Antwort der damaligen Stadtväter auf die Frage, was man tun könnte, um der mangelhaften Straßenbeleuchtung zu Leibe zu rücken. Lange hatte man sich den Kopf darüber zerbrochen, ob nun ein Gas- oder ein Elektrizitätswerk die bessere Lösung sei.

Der Homberger Bauunternehmer Ernst Bachmann errichtete das Werk, das die Berlin-Anhaltische-Maschinenbau AG geplant hatte, der Bau kostete 100 000 Mark. Ab dem 15. September 1904 brannte in vielen Straßen das Licht in den Gasleuchten. Und die Beleuchtung brachte noch eine zusätzliche Einnahmequelle. Denn der Koks, Abfallprodukt des Steinkohle- Gaswerks, wurde an die Geschäftsleute verkauft.

1963 wurde die Produktion von Steinkohle als Grundstoff auf Flüssiggas umgestellt. Wenige Jahre später aber erwies sich das auch als unwirtschaftlich. 1969 dann legte man alle Hoffnungen auf das neue „Spezialgas 6640“. Die Anlage wurde erneut umgerüstet und ein Jahr später noch weiter verbessert.

1976 hielt in Homberg das Erdgaszeitalter Einzug, als die Südhannover-Nordhessen-Gasversorgung (SN-Gas) die Anlage übernahm. Die Produktionseinrichtungen wurden demontiert und der riesige Gasbehälter verschrottet. Die Homberger Gasversorgung, die in Eigenregie erfolgt war, nahm damit vor 35 Jahren ihr Ende. HINTERGRUND

Von Oskar Breiding

Quelle: HNA

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